Mädchen testen MINT

Melisa Ahmeti (vorne r.) fand die Medizintechnik sehr spannend und interessant. Melissa Meyer (vorne 2.v.r.) gefiel ebenfalls die Medizintechnik, aber auch der Besuch des Reinraums sowie die Versuche dort haben ihr gut gefallen. Beide kommen vom städtischen Mädchengymnasium in Essen-Borbeck und besuchten im Rahmen des sogenannten „Science-Kurses“ die Westfälische Hochschule. In ihrer Erprobungsstufe am Ende der achten Klasse hatten die Mädchen Gelegenheit, verschiedene wissenschaftliche Ausrichtungen hautnah kennenzulernen. Den Besuch der Hochschule hatte ihre Lehrerin für Chemie, Mathematik und Naturwissenschaften Irina Zyuzin (hinten vor der Säule) organisiert. Zyuzin arbeitet gleichzeitig als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der „Physikalischen Technik“ der Westfälischen Hochschule. Informationen rund ums Studium gab es von Berater Björn Albrecht (r.). Foto: WH/MV

21 Schülerinnen des städtischen Mädchengymnasiums in Essen-Borbeck erhielten Einblick in den Studiengang „Physikalische Technik“ am Hochschulstandort Gelsenkirchen. Ende März besuchte der „Science-Kurs“ der Jahrgangsstufe neun mit Lehrerin Irina Zyuzin die Hochschule. Zudem wurde erneut am Hochschulstandort in Bocholt ein „interner Girlsday“ angeboten, den über 60 Mädchen des Remigianum-Gymnasiums in Borken mit ihren Lehrerinnen und Lehrern besuchten. Die Premiere des Bocholter Angebots fand bereits 2015 direkt im Gymnasium in Borken statt. Den Standort Bocholt besuchten die Schülerinnen erstmals 2016 (Trikon berichtete in Ausgabe 3/2016).

(MV) Damit sich die Schülerinnen des Essen-Borbecker Mädchengymnasiums später einmal beruflich besser orientieren können und für eine Ausbildungswahl vielleicht auch ein Studium auf dem Plan steht, besuchte der „Science-Kurs“ der Jahrgangsstufe neun den Studiengang „Physikalische Technik“ an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Dabei hatte ihre Lehrerin ein „Heimspiel“: Denn Irina Zyuzin arbeitet parallel seit 2006 als wissenschaftliche Teilzeitmitarbeiterin in diesem Studiengang. Zyuzin hat in der Ukraine Chemie studiert und lebt seit 1999 in Deutschland. Als Gymnasial-Lehrerin unterrichtet Zyuzin mit einem Umfang von 14 Stunden in Essen Mathematik in der fünften Klasse sowie die Naturwissenschaften in der Differenzierungsphase (8./9. Klasse) am Borbecker Mädchengymnasium. In der Differenzierungsphase können sich die Mädchen in einer bestimmten Fachrichtung ausprobieren und sich dann für einen Schwerpunkt entscheiden. Dazu gehören die Fächer Biologie, Physik und Chemie als naturwissenschaftlicher „Science-Kurs“, die Informatik und ein möglicher sprachlicher Schwerpunkt. Auf dem Programm in Gelsenkirchen standen verschiedene Workshops, Labor-Führungen, ein Vortrag zur Studien- und Berufsorientierung sowie der Besuch der Mensa, um sich für die Rückfahrt wieder zu stärken.

Auch in Bocholt fand der angebotene Informations- und Mitmachtag wieder rege Beteiligung und man versprach zum Schluss, auch im kommenden Jahr wieder ein Treffen zu organisieren. Angedacht haben die Organisatoren von Schule und Hochschule zusätzlich einen „Boysday“ für Schüler kurz vor der Oberstufe.

In Bocholt gab es in diesem Jahr erneut sechs Workshops, die jeweils zweieinhalb Stunden dauerten. Dazu gehörte das Programmieren einer eigenen „Überraschungs-Smartphone-App“. Ebenso mit Programmierung verknüpft war ein „Java-Hamster-Modell“. Dabei wurde ein virtueller Hamster durch eine selbst gestaltete Landschaft gesteuert. Handwerklich orientiert war das Angebot ein „Blinklicht zu löten“. Dahinter verbarg sich das Bestücken und Löten eines Lichtobjekts für das eigene Zimmer zu Hause. Experimentell war der Workshop „Werkstoff mit Gedächtnis“. Hier lernten die Schülerinnen in Versuchen etwas über Formgedächtnislegierungen, die sich beispielsweise durch Erwärmung wie von Geisterhand in ihren Ausgangszustand zurückentwickeln, nachdem sie zuvor verformt worden waren. Die Workshops „optische Messtechnik“ und „Bionik“ rundeten das Programm ab. Unter der Frage „Wie dick ist mein Haar?“ vermaßen die Schülerinnen mithilfe eines Lasers, wie dick ihr Haar ist. Dabei lernten sie spielerisch etwas über die Welleneigenschaften von Licht kennen und wie man damit über geometrische Beziehungen die Abmessungen von Dingen bestimmen kann. Bei der „Bionik“ schauten sie der Natur auf die Füße und lernten etwas über unterschiedliche „Fortbewegungsmöglichkeiten“. In der Bionik orientieren sich Wissenschaftler an biologischen Vorbildern und nutzen deren Eigenschaften für technische Anwendungen. Sie lernen beispielsweise von verschiedenen Lebewesen, wie sie sich mit vier, sechs, acht oder noch mehr Beinen fortbewegen.

Abschließend lernten die Schülerinnen bei einem Rundgang das Netzelabor der Hochschule kennen und wie man zur „Hackerin“ werden kann. Gezeigt wurden zudem das Roboter-Labor und wie ein 3-D-Drucker arbeitet. Beim Besuch der Mensa konnten dann die eigenen Speicher wieder gefüllt und das Erlebte verarbeitet werden.