Hatari in Gelsenkirchen

Das „ZOOMission“-Team, v.l.n.r.: Dennis Kiedrowicz, Lars Stecker, Jens Huthmacher, Frederic Lotz als Fänger, Alexander Eberhardt als Fahrer sowie Thomas Kollakowsky, Prof. Dr. Jens Gerken und Prof. Dr. Gregor Lux von der Fachgruppe „Informatik“. Demnächst soll das Auto auch noch ein richtiger Jeep werden. Foto: WH/BL

In dem Spielfilm „Hatari!“ fingen John Wayne und Hardy Krüger in Afrika wilde Tiere vom Auto aus. Wegen der Baby-Elefanten-Melodie als Filmmusik von Henry Mancini werden sich vielleicht nicht nur die Älteren erinnern. Hatari im Gelsenkirchener Zoo, wenn auch für die Erlebniswelt Asien, haben jetzt fünf Studenten der Informatik und Medieninformatik unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Gerken im Labor von Prof. Dr. Gregor Lux als virtuelles Spiel bereitgestellt und bei der Saisoneröffnung Anfang April der Öffentlichkeit vorgestellt.

(BL) Die Geschichte zum Spiel geht so: Nach einem Sturm wurde die „Zoom Erlebniswelt“ teilweise beschädigt. Dadurch können Tiere aus ihren Gehegen ausgebrochen sein. Nun liegt es in der Hand der zwei Spieler-Ranger, als Jeepfahrer und als Tierfänger auf der Ladefläche nach dem Rechten zu schauen, entflohene Tiere aufzuspüren und zurück ins Gehege zu bringen. Soweit der Handlungsstrang.

Den Jeep gibt es wirklich und natürlich auch die beiden Mitspieler. Beide tragen VR-Brillen, um in die virtuelle Realität des Zoos nach dem Sturm einzutauchen. Der Fahrer steuert das Fahrzeug mit Lenkrad und Pedalen virtuell durch die Dämmerung im Zoo, er muss Hindernissen ausweichen und entlaufene Tiere aufspüren. Bald hat der Fänger virtuell einen ausgebrochenen Amur-Tiger entdeckt. Mit dem Betäubungsgewehr des Zoo-Veterinärs in der virtuellen Hand muss er den Tiger betäuben, damit der ins Tigergehege zurückkommt.

Das VR-Spiel „ZOOMission“ ist im Rahmen eines Softwareprojekts entstanden, das routinemäßig auf dem Lehrplan aller Informatik-Studierenden steht. Alexander Eberhardt (23), Lars Stecker (25), Frederic Lotz (23), Dennis Kiedrowicz (31) und Jens Huthmacher (22) als Projektmanager haben dabei moderne VR-Technik und das Fachgebiet der Spieleentwicklung im Blick gehabt. Die Produktentwicklung erfolgte im VR-Labor der Westfälischen Hochschule. Formal hat jeder Student 300 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt, um dafür zehn Creditpoints auf sein Studienkonto buchen zu können. „Die Studenten waren mit Feuereifer dabei und haben sehr viel Begeisterung in das Projekt gesteckt“, so Projektleiter Prof. Dr. Jens Gerken.

Die Zooleitung war jedenfalls begeistert und hat das Projekt bei der Saisoneröffnung Anfang April als eine neue Hauptattraktion vorgestellt. Allerdings wird die „ZOOMission“ nicht täglich und allen Zoobesuchern zur Verfügung gestellt werden können, da aufgrund des hohen technischen Standards immer eine Aufsichtsperson dabei sein muss. „Wir werden das virtuelle Spiel zu besonderen Anlässen anbieten und es wird uns zu Ausstellungen und Messen begleiten“, so Biologin Sabine Haas von der „Zoom Erlebniswelt“ Gelsenkirchen.