Schwarz sticht, Blau hackt

Für Michael-Ende-Fans sehen die Turnierroboter von Ethem Sahbaz (l.) und Marcel Dimmendaal vielleicht ein ganz klein wenig aus, wie die Lok Emma als Kampfdrache. Aber was bei Jim und Lukas aus Pappmaché war, ist hier ein echter metallischer Entwurf mit Prozessoren und Steuerungsapp. Alles selbst geplant und gebaut. Nur die Farbkombination von Rüstung und Ballon war völlig zufällig. Foto: WH/BL

Im vierten Semester steht für die Studierenden der „Physikalischen Technik“ bei Prof. Dr. Udo Jorczyk eine Veranstaltung mit Namen „Kommunikationstechnik“ auf dem Programm. Die beinhaltet den mechanischen Entwurf eines neuen Gegenstandes, die dazu nötige Prozessor-Programmierung, damit das Ding was tun kann, und schließlich die Programmierung einer App, um das Ding, das etwas tut, steuern zu können. Bei Marcel Dimmendaal und Ethem Sahbaz kamen dabei zwei Roboter heraus, die sie als „Turnierroboter“ der Welt vorstellen wollen.

(BL) Nicht erst seit der Erfindung der Mittelalterfeste haben viele Menschen ein Bild im Kopf, wenn das Wort „Turnier“ fällt: Ritter auf Pferden mit prächtigen Decken, den Körper in einer Rüstung und an der Lanze den Wimpel der bewunderten Dame aus dem Publikum. Ungefähr so etwas könnten Marcel Dimmendaal und Ethem Sahbaz in ihrer Fantasie gesehen haben, als sie jetzt ihr mikroelektronisches Projekt als Studienleistung erbrachten. Ihre Roboter bekamen eine metallische Rüstung, statt des Wimpels einen bunten Luftballon und wenn sie im Turnier gegeneinander antreten, dann sind sie bewaffnet: Mit Stich oder Hieb versuchen sie den Luftballon des Gegners zum Platzen zu bringen und als Sieger vom Platz zu rollen.

Was im Seminarraum und mit Studierenden im Sommersemester schon ganz gut klappte, soll demnächst der Hochschulwelt geöffnet werden. „Wir wollen das Ganze als Turnierspiel anbieten. Dann können Roboterbauer mit eigenen Turniermaschinen gegeneinander antreten und um den Luftballonsieg ringen“, so Prof. Dr. Udo Jorczyk als Turnierleiter, der damit zugleich nachwachsenden Studierendengenerationen zeigen will, wie spannend und anwendungsorientiert Mikroelektronik und Kommunikationstechnik unter dem Dach der „Physikalischen Technik“ sind. Jorczyk: „Wir adressieren damit die junge Maker-Scene, die weiß, was man mit Material, Elektronik, 3-D-Drucker und Smartphone bewegen und steuern kann.“

Die Regeln für den Wettbewerb gibt es bereits im Internet: www.mikroelektronik.w-hs.de/index.php/45-mainmenu/lehrgebiete/kommunikationstechnik/150-roboter-tunier.