25-Jahr-Feier in Gelsenkirchen

Unter #Happy WH konnte, wer wollte, das Fest auf Twitter verfolgen. Foto: WH/BL

21 Tage nach der Jubiläumsfeier am Abteilungsstandort Bocholt wurde am letzten Tag im Juni auch in Gelsenkirchen das 25-jährige Jubiläum der Hochschule mit einem Campusfest groß gefeiert: Hochschulinformationsnachmittag, Festakt, E-Sport-Bereich, Kickerturnier, Poetry-Slam, Aktionsstände, Bühnenprogramm, Food-Trucks und großes Abschlusskonzert.

BL) Ab Freitagmittag breitet sich an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen normalerweise Wochenendruhe aus. Nicht so am letzten Freitag im Juni, aber es war ja auch kein normaler Freitag, sondern „der Freitag des Jubiläums“. An diesem Tag feierte die Hochschule ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum nach der Gründung im Jahr 1992 als selbstständige Hochschule. Abgenabelt von der Fachhochschule Bochum, zu der die Hochschulabteilung Gelsenkirchen vorher gehört hatte, ergänzt um eine Abteilung in Bocholt und 1995 um eine Abteilung in Recklinghausen wirkt sie seither als Fachhochschule ins Emscher-Lippe- und Westmünsterland. Die Zahl ihrer Studierenden hat sie von 2.149 Studierenden im Jahr 1992 auf aktuell 9.211 Studierende gesteigert, davon allein in Gelsenkirchen 4.814. Zahlreiche neue Studiengänge kamen hinzu und werden ständig aktualisiert und an den Arbeitsmarktbedarf für akademische Absolventen und Absolventinnen angepasst. Die Förderung von Talenten hat sich die Hochschule als Aufgabe sowohl für den Nachwuchs als auch für die Studierenden in die Grundordnung geschrieben, Forschung und Entwicklung beflügeln den Technologietransfer in die Region und darüber hinaus. Genug Themen also, um den Jubiläumstag reichhaltig für Hochschulmitglieder, geladene Gäste sowie die Bürgerinnen und Bürger der Hochschulregion zu einem bunten Mosaik werden zu lassen.

Robocom
Den Start machten bereits um neun Uhr morgens die Teilnehmer des Schülerwettbewerbs um den geschicktesten, selbst gebauten Roboter. 16 Teams von Schulen der näheren und weiteren Umgebung setzten ihre aus Lego und anderen Bausteinen gefertigten Roboter auf den Wettbewerbsparcours, auf dem diese zunächst selbstständig einer schwarzen Linie folgen mussten, um anschließend im „Elfdezimeterschießen“ auf dem Spielfeld einen Ball zu finden und ihn in ein Tor zu stoßen. Das schaffte nur ein Team und wurde damit Sieger: die „RobOldies“ vom Burggymnasium in Essen.

Startglocke um 12:30 Uhr
Eine halbe Stunde nach zwölf Uhr mittags läutete Präsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann auf der Bühne die Jubiläumsglocke und eröffnete damit das Fest auch offiziell. Im Gespräch mit Studierenden gab er einen Überblick über die Highlights des Tages. Die fanden die Gäste natürlich auch im bereits Tage zuvor überall in der Hochschule verteilten Campusfest-Programm. Dabei hatte sich auch Erwin, das Ganzkörperkostüm-Maskottchen des Fußballclubs Schalke 04 als hilfreicher Multiplikator in den Foyers und der Mensa der Hochschule bewährt.

Sport, Sport, Sport
Schalke 04 ist nicht nur ein wichtiger Sponsor für die Westfälische Hochschule, der beispielsweise das Deutschlandstipendium für besonders leistungsstarke Studierende unterstützt, sondern war auch Festpartner beim Jubiläumstag. Die Königsblauen nahmen deshalb einen gewichtigen Platz ein und luden an die Torwand und zum Kickern ein. Maskottchen Erwin sowie der eine oder andere Euro-Fighter standen für Fotos bereit. Ein Highlight erwartete die Besucher außerdem im Inneren der Hochschule, wo eine Brücke vom echten auf den virtuellen Rasen geschlagen wurde. Die im vergangenen Jahr gegründete E-Sports-Abteilung des S04 schickte ein Team zum Jubiläum, das am Computer auf Herausforderer wartete. Segway-Fahrten, Kistenklettern, Rodeo und ein Menschen-Tischkicker ergänzten das sportliche Jubiläumsprogramm.

Essen und Trinken
Wer Sport treibt und sich informiert, soll sich auch gut verpflegen. „Food Trucks“ versorgten die Festbesucher von der rollenden Theke aus mit allem, was der Magen an einem solchen Tag begehrte: Natürlich Brat- und Currywurst, Nudelgerichte, Panini, Burger und Hotdogs. Zu trinken gab es natürlich auch. Die Mensaküche, die sonst freitags für die knurrenden Mägen der Studierenden und Mitarbeiter sorgt, hatte nachmittags ihre Theken geschlossen und versorgte die Robocom-Schüler und später das Get-together der Ehrengäste.

Hochschulinformationsnachmittag
Ab mittags hatte auch der Hochschulinformationsnachmittag unter dem Kürzel „Hin!“ geöffnet. Die Fachbereiche vom Maschinenbau bis zur Informatik stellten sich und ihre Arbeiten an Ständen sowie bei kleinen Präsentationen vor, getreu dem Hochschulmotto „Wissen. Was praktisch zählt“. Die zentrale Studienberatung beriet, das Studierendensekretariat informierte darüber, wie man ins Studium hineinkommt, das „International Office“ und das Sprachenzentrum erläuterten ihr Angebot für ergänzende Schlüsselqualifikationen neben dem Fachstudium. Das Servicezentrum für duales Studium erklärte diese besondere Studienorganisationsform, bei der man neben dem Studium auch eine betriebliche Ausbildung machen kann beziehungsweise (schon) berufstätig sein kann. Die Talentförderung sprach mit Studieninteressierten über dieses besondere Sprungbrett ins Studium und durchs Studium. Und bevor sich jetzt jemand fragt, wie Studentin/Student das alles bezahlen kann: Ja, auch die Bafög-Beratung des akademischen Förderungswerks war vor Ort und berichtete über Studienfinanzierungsmöglichkeiten abseits von Stipendien.

Festakt
Um fünf gab es keinen Tee, sondern einen Festakt für angemeldete Gäste aus Politik, Unternehmen, Medien und dem Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im großen Saal zeigten Prof. Dr. Matthias Degen sowie die Studierenden Thorben Allkemper und Henrik Wissing, Studierende des Studiengangs Journalismus und Public Relations, zur Einstimmung der Gäste zunächst einen Film, der Stationen der Westfälischen Hochschule ins Bild rückte (https://www.youtube.com/watch?v=afJBeJbXDro&feature=youtu.be). Es folgten Begrüßung und Grußworte des Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, des Vize-Hochschulratsvorsitzenden Dr. Josef Hülsdünker und des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters Frank Baranowski. Dr. Dietmar Möhler, für Hochschulen und Hochschulplanung zuständiger Abteilungsleiter im nordrhein-westfälischen Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung, hielt die Festansprache. Darin betonte er, dass NRW stolz darauf sein könne, was in den letzten 25 Jahren an der Westfälischen Hochschule aufgebaut wurde. In Gelsenkirchen, so Möhler, rauchten heute eher die Köpfe als die Schlote. Möhler: „Bildung ist der Schlüssel für die Zukunftsperspektive junger Menschen. Die Westfälische Hochschule stellt Bildungschancen bereit und ist eingepasst in den Bedarf der Unternehmen der Region.“ Dr. Josef Hülsdünker stellte der Hochschule ein gutes Zeugnis aus: Sie habe ihren Gründungsauftrag, den regionalen Strukturwandel aktiv zu fördern, erfüllt und habe zum wirtschaftlichen Aufschwung in Gelsenkirchen und im nördlichen Ruhrgebiet beigetragen. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski ist davon überzeugt, dass die Westfälische Hochschule Impulse für die Unternehmen der Region setze und ihr Fachkräfte zur Verfügung stelle. Baranowski: „Die Hochschule war ein Arbeiterkind und ist es noch. Sie unterstützt Talente unabhängig vom Geldbeutel, der Bildung und der Herkunft der Eltern. Sie hat Gefühl für die soziale Lage der Gesellschaft in Gelsenkirchen und im nördlichen Ruhrgebiet.“ Der Kommentar des Hochschulpräsidenten dazu: „Wir sind eben Currywurst, nicht Kaviar.“

Sebastian Buntkirchen, Absolvent der Westfälischen Hochschule und mittlerweile Geschäftsführer der Stiftung „Schalke hilft!“, blickte auf die Laufbahn eines Studierenden an der Westfälischen Hochschule. Moderiert von Honorarprofessor Dr. Helmut Hasenkox erörterte eine anschließende Diskussionsrunde den Stand der Westfälischen Hochschule, bevor Hochschulpräsident Kriegesmann mit einem Augenzwinkern das Schlusswort sprach: „Wir sind eine großartige Hochschule und gratulieren der Region, dass es uns gibt. Wir sind kein Selbstzweck, sondern wollen etwas bewirken für die Menschen und die Region.“

Slam
Im Stil eines Poetry-Slams wetteiferten mehrere Vortragende mit eigenen Texten innerhalb einer festgelegten Zeitspanne zu Themen aus Hochschule und Wissenschaft um die Gunst des Hörsaalpublikums. Johannes Schrievers und Awesda Houssin thematisierten die Freiheit und das Glück des Lernens. Musikalisch unterstützte Houssin das mit ihrer Geige und der „Ode an die Freude“. Marock Bierlej aus Bochum, Master-Student der Germanistik, bezeichnete sich als „Rockpoeten“ und erzählte die Entstehung des Metalls als religiöse Schöpfungsgeschichte. Die gebürtige Duisburgerin Tuna Tourette schließlich erläuterte wortreich das schöne Leben eines Autoren und die harte Realität eines Slammers. Einen Sieger hat die Runde nicht erkoren, denn, so Moderator Leonard Fischer: „Dabei sein ist alles.“

Musik
Am Ende trafen sich alle auf dem Vorplatz zum musikalischen Höhepunkt des Tages. Zunächst und als Ohrenkitzler vor dem Hauptkünstler Joris trat mit Julian Philipp David ein Nachwuchskünstler auf: Der 24-jährige Mannheimer beschreibt seine Musik als „SongwriterRap“. Als anschließender Stargast wartete die Zuhörermenge auf „Joris“. Der 27-jährige deutsche Sänger und Songwriter aus Niedersachsen, bürgerlich Joris Ramon Buchholz, wurde bekannt mit dem Lied „Herz über Kopf“, seiner ersten Single, für die er im Dezember 2015 in der Bochumer Jahrhunderthalle für die „1-Live-Krone“ nominiert wurde. Das Debütalbum „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ erreichte vor zwei Jahren den dritten Platz der deutschen Charts.