Zukunft in sozialer Innovationsforschung

Inspirierende Diskussionen auf der 10. ISIRC in Heidelberg. Foto: Patrick G. Stößer

Das Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) war Mitveranstalter einer dreitägigen internationalen Konferenz in Heidelberg mit 142 Teilnehmenden aus dem In- und Ausland. Fazit: Inspirierende Diskussionen.

(CB) Als vollen Erfolg werteten die Organisatoren die „International Social Innovation Research Conference“ (ISIRC) Anfang September an der Universität Heidelberg. Versucht wurde hier der „Brückenschlag“ zwischen sozialen und gewinnorientierten Innovationen. Im Mittelpunkt standen theoretische, methodische und empirische Beiträge aus der Innovationsforschung, die sich zum Beispiel mit gemeinnützigen Unternehmen, staatlichen Akteuren oder der Sozialwirtschaft befassen. Veranstaltet wurde die Tagung vom „Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen“ (CSI) der Ruperto Carola und dem Institut „Arbeit und Technik“ der Westfälischen Hochschule.

Als soziale Innovationen werden die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen bezeichnet, die auf unterschiedlichen soziokulturellen Ebenen beispielsweise soziale Beziehungen und Prozesse verbessern wollen. Getragen von Akteuren der Zivilgesellschaft sind sie häufig eine Reaktion auf gesellschaftliche Herausforderungen und werden daher oft als Alternative zu gewinnorientierten Unternehmensinnovationen dargestellt. Die rund 150 Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis erlebten bei der Veranstaltung, der zehnten dieser Art, „inspirierende Diskussionen“.

Hindernde und unterstützende Faktoren, Modelle und Trägereinrichtungen sozialer Innovationen sind durchaus Gegenstand der Forschung. „Es fehlt jedoch eine konzeptionelle Verankerung in der klassischen Innovationsforschung, die sich nach wie vor auf technologische und gewinnorientierte Innovationen konzentriert“, so Dr. Georg Mildenberger vom „Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen“. Judith Terstriep vom Institut „Arbeit und Technik“ ergänzt: „Dies gilt insbesondere auch mit Blick auf die Messung sozialer Innovationen und ihrer Wirkung, die – im Gegensatz zu klassischen Innovationen – bisher nicht systematisch erfasst werden.“ Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand daher der Versuch, eine Brücke zwischen diesen beiden Formen der Innovation in Forschung und Praxis zu schlagen. Die ISIRC findet seit 2009 jährlich an verschiedenen Standorten weltweit statt. Bisherige Austragungsorte waren unter anderem London, Oxford, Glasgow und Melbourne.