Chancenvielfalt für KMU

Im Dialog vorne (v.l.n.r.): Dr. Gabriela Marginean, Prof. Dr. Sonja Grothe (beide Fachbereich Maschinenbau und Facilities Management), Hans-Peter Hinz, Diplomingenieur bei der Firma „Ebbinghaus Verbund Management- und Dienstleistungs GmbH“ in Solingen und Betreuer von Masterstudent Kamal Harb, der bereits von der Firma übernommen wurde. Harb beschäftigte sich in seiner Arbeit mit Zink-Thermo-Diffusionsbeschichtungen, die beispielsweise bei Schraubverbindungen für bessere Korrosionsbeständigkeit sorgen. Vorne rechts: Geschäftsführer Marco Ebbinghaus. Hinz und Harb berichteten zudem auf der Veranstaltung über ihre erfolgreiche Zusammenarbeit. Den Kontakt zwischen der Firma und dem Studenten vermittelte Dr. Gabriela Marginean. Foto: WH/MV

Mitte Oktober bot das Institut für Maschinenbau der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen zum zweiten Mal eine Vortrags- und Informationsveranstaltung für forschungsinteressierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus der Region an.

(MV) „Große Konzerne gelten noch immer als Visitenkarten der Industrie in Deutschland. Sie gehören auf vielen Gebieten zu den Technologieführern weltweit. An ihnen orientieren sich zudem viele Wettbewerber. Darüber wird aber schnell vergessen, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland mehr als jeden zweiten Euro erwirtschaften und mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze stellen. Auch sie beschäftigen erfinderische und engagierte Mitarbeiter und auch sie gehören nicht selten zu den weltweiten Technologieführern. Forschung und Entwicklung zu betreiben gestaltet sich für KMU allerdings oft schwierig. Zwar mangelt es ihnen nicht an guten Ideen für eine innovative Produktentwicklung, jedoch können sie im Vergleich zu großen Konzernen oftmals nur auf relativ geringe personelle, materielle und finanzielle Ressourcen zurückgreifen“, erläuterte Dr. Gabriela Marginean, Wissenschaftlerin am Institut für Maschinenbau an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.

Marginean will durch die Veranstaltung regionale Unternehmen motivieren, über eine Zusammenarbeit mit der Hochschule nachzudenken und einfach mit ihnen ins Gespräch kommen. „Oft kennen die Unternehmen gar nicht die verschiedenen Fördermöglichkeiten wie beispielsweise ‚Innovationsgutscheine‘ für Recherchen oder Forschungs- und Entwicklungsgutscheine, wenn eine Entwicklung weiter geführt wird“, so Marginean. „Auch bestehende Netzwerke können Unternehmen helfen, Kontakte zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen aufzubauen, um so beispielsweise einfacher und schneller an Erkenntnisse für die eigene Produktentwicklung zu kommen“, ist sich Dr. Gabriela Marginean sicher.

Darüber hinaus hätten Unternehmen die Möglichkeit über Praktika, Bachelor- und Masterarbeits-Angebote frühzeitig geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Denn auf dem aktuellen Arbeitsmarkt sei es immer schwieriger gute Fachkräfte für sich zu gewinnen, gibt Marginean zu bedenken.