Zauberwort „dual“

Die Tagung zum dualen Studium an der deutsch-jordanischen Hochschule fand in der Handelskammer in Amman statt. Foto: Britta Kaehler/GJU

„Dual“ ist ein Schlüsselbegriff in der Ausbildung: für Auszubildende, die dual vom Ausbildungsbetrieb und von der Berufsschule zum Lehrabschluss geführt werden, für Auszubildende, die mit dem Ausbildungsstart zugleich ein Hochschulstudium starten, für Berufstätige, die neben dem Beruf dual ein Fort- oder Weiterbildungsstudium absolvieren, außerdem auch für Studierende, die vorlesungsfreie Zeiten oder gar ein ganzes Semester nutzen, um in Partner-Betrieben der Hochschule Berufsqualifikationen zu erlangen. Für 2019 hat die deutsch-jordanische Universität in Amman, zu deren Netzwerk auch die Westfälische Hochschule gehört, den Startschuss zum ersten dualen Studiengang „Logistik“ in Jordanien gegeben. Ende November war Prof. Dr. Edda Pulst vom Hochschulstandort Bocholt in Jordanien, um die daran beteiligten acht Firmen auf ihre Praxisaufgabe einzustimmen. Dabei stellte sie ihre Erfahrungen mit Studiums-Partnerfirmen aus Deutschland vor.

(BL) Praxis ist wichtig für das Studium und den späteren erfolgreichen Berufseinstieg. Deshalb bindet Wirtschaftsinformatikerin Prof. Dr. Edda Pulst kontinuierlich Unternehmen ins Studium ein. Ihr persönliches Spezialprogramm dazu heißt „adapt2job-2win“ und qualifizierte sie für die Tagungsleitung zum Start des dualen Logistik-Studiums in Amman. Initiiert hatte die Startveranstaltung die Universität gemeinsam mit der Handelskammer. Als Teilnehmer eingeladen waren unter anderen die Firmenpartner des ersten dualen Studiengangs in Jordanien.

Pulst: „Es sind immer zwei!“, nämlich der Studierende genauso wie das Unternehmen. Der Studierende muss sich aktiv bemühen, damit Praxisaufenthalte in Unternehmen erfolgreich sind. Auf der Partnerseite der Firmen müssen Ausbilder, Mentoren und Trainer zugleich genauso engagiert sein wie die Studierenden, damit Praxisphasen ein Erfolgsfaktor werden. Dafür, wie es erfolgreich geht, stehen in Deutschland Unternehmen wie Henkel, die SMS-Gruppe, Ferrostaal oder DHL, die zu dem Partnernetzwerk von Pulst gehören und die für die Veranstaltung in der Handelskammer in Amman umfangreiche Informationen zu den Erfolgsfaktoren des dualen Studiums geliefert hatten. Das Prinzip von „es gehören immer zwei dazu“ wurde auch auf die Unternehmenstrainer übertragen: Sie müssen im Betrieb von eigens dafür ausgebildeten Trainern auf ihre Arbeit mit Studierenden vorbereitet werden. Und schließlich meint „It’s always 2“ auch, dass die Praktika zwischen der Hochschule und den Betrieben abgestimmt sein müssen. Pulst: „Wenn es gelingt, das duale Studium zwischen Hochschule und Betrieb abzustimmen und am besten sogar gemeinsam Lehrveranstaltungen zu organisieren, kann die Zusammenarbeit einen immensen Schub bei den Studierenden bewirken.“ Dabei geht es vor allem darum, die Erwartungen der Betriebe an die Anwendungstauglichkeit akademischer Lehrveranstaltungen abzubilden.

Ergebnis der Konferenz in Amman: Der duale Studiengang „Logistik“ in Jordanien wird eng mit dem „adapt2job-2win“-Training von Pulst gekoppelt, um die Berufsfähigkeit der Studierenden sicherzustellen.