Brandbekämpfung aus der Luft

Niklas Voigt, Marvin Kühnast, Prof. Hartmut Surmann, Jan Nicklas Kremer, Julien Meine und Gerhard Senkowski (v.l.n.r.) testeten die Drohnen des Robotiklabors der WH unter Realbedingungen. Foto: WH/Hartmut Surmann

Trockene Sommer führen auch in Deutschland dazu, dass die Zahl und Größe der Vegetationsbrände immer weiter steigt. Umso wichtiger ist es, die Ausbreitung dieser Brände mit allen Mitteln zu bekämpfen und den Löschvorgang zu unterstützen. Helfen können dabei auch die Drohnen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums“ (DRZ) und des Robotiklabors der Westfälischen Hochschule (WH).

Prof. Dr.-Ing. Hartmut Surmann und sein fünfköpfiges Team – bestehend aus Beschäftigten sowie Bachelor- und Masterstudierenden des Fachbereichs Informatik und Kommunikation der Westfälischen Hochschule – nutzten Ende August die Möglichkeit, an einer Vegetationsbrandübung in Viersen teilzunehmen, um ihre Drohnen unter Realbedingungen zu prüfen. „Die Bedingungen im Labor sind viel kontrollierter und unterscheiden sich damit von der Realität“, so Prof. Dr. Surmann, „Das fängt bei den Lichtverhältnissen an und geht bis hin zu dem Stresslevel der Drohnen-Piloten, das bei einem realen Einsatz viel höher ist. Aus diesem Grund müssen solche Situationen vorher trainiert werden.“ 

Bei der Vegetationsbrandübung in Viersen wurde von Landwirten ein Feld zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt, das von der Feuerwehr in verschiedene Parzellen eingeteilt wurde, die anschließend nach und nach abgebrannt und gelöscht wurden. Dafür wurden in einzelnen Parzellen zum Beispiel auch Holzstapel aufgebaut, um das Löschen unterschiedlicher Brandherde zu üben. 

Das „Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum“ unterstützt die Arbeit der Feuerwehr. Drohnen, die mit Infrarot-Kameras ausgestattet sind, können zum Beispiel dabei helfen Glutnester zu identifizieren und eine erneute Entfachung des Brandes verhindern. Die Aufnahmen werden auch mit Kartenmaterial in „Google Maps“ übereinandergelegt, um so Schäden sichtbar zu machen und das Ausmaß des Brandes schneller zu beurteilen. Neben dem Einsatz vor Ort hat die Brandübung aber auch noch einen anderen Nutzen für das DRZ: „Die Daten, die wir bei einem Übungseinsatz sammeln, brauchen wir auch dafür, um unsere KIs zu trainieren. Die Algorithmen brauchen viele Daten, um in Zukunft zum Beispiel bei der Lagebeurteilung zum Einsatz zu kommen“, weiß Prof. Dr. Surmann, der an der Westfälischen Hochschule Professor für autonome Systeme ist. „Dafür können wir keine Daten aus Realeinsätzen nutzen, da diese aus Datenschutzgründen nicht zur Verfügung stehen.“

Ein rundum gelungener Einsatz also, der leider schneller vorbei war als gedacht, denn nach dem Mittag wurden die Führungsfahrzeuge der Feuerwehr zu einem echten Einsatz gerufen und die Brandschutzübung musste in einem kleineren Rahmen weitergeführt werden. Aber auch eine sich stetig verändernde Ausgangslage gehört schließlich zur Realität dazu. (Verena Roßa)

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