Digi-up verlegt den Dialog ins Netz

Das Digi-up-Team bewies, dass es bei Bedarf sein Dialogangebot auch im Netz anbieten kann, auch wenn dann der persönliche Kontakt zu den Interessenten aus westmünsterländischen Unternehmen fehlt. Corona macht‘s nötig. Das erste Webinar fand Ende Mai statt und begrüßte rund 30 Teilnehmer. Auf dem Bildschirm der Teilnehmer sah es so aus: ein Webinar mit der Zoom-Software. Foto: Digi-up-Initiative

Das Westmünsterländer Netzwerk „Digi-up!“ pflegt im Rahmen der NRW-Landesinitiative „Digitale Wirtschaft NRW“ seit geraumer Zeit den Dialog mit westmünsterländischen Unternehmen, um deren Initiativen in der Firmendigitalisierung zu unterstützen (Trikon berichtete mehrfach, dort zu finden über die Trikon-Lupe). Es wird getragen von der Westfälischen Hochschule in Bocholt gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Borken und der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing-Gesellschaft Bocholt. Wegen der Corona-Epidemie hat auch Digi-up seine Aktivitäten im Sommersemester 2020 ins Internet verlegt.

(BL) „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten.“ Auf Digi-up und den Corona-Virus bezogen könnte man sagen: Wenn die Unternehmensvertreter nicht zu Veranstaltungen des Digi-up-Teams kommen können, geht das Digi-up-Team ins Netz und bietet seine Digitalisierungsoffensive den Westmünsterländer Unternehmen im Internet an.

Um ein passendes digitales Veranstaltungsprogramm zu formatieren, fragte das Digi-up-Team Anfang Mai die Netzwerkmitglieder nach deren Bedarf und Wünschen. Dabei bot es verschiedene Veranstaltungsformate an wie Webinare oder Videokonferenzveranstaltungen und fragte vor allem nach den derzeit brennendsten Themen.

Parallel bot das Digi-up-Team kostenfreie, individuelle digitale Unternehmensbesuche an. Dabei geben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Westfälischen Hochschule sowie der Wirtschaftsförderungen per Video-Konferenz Auskunft zu Fragen rund um die Digitalisierung und erläutern Leistungen des Netzwerks für produzierende Unternehmen, Kooperationsmöglichkeiten mit der Hochschule in Bocholt oder etwa, welche öffentlichen Fördermittel für Digitalisierungsprojekte abrufbar sind.

Ende Mai stand das erste Webinar auf dem Programm. Es erläuterte  Anforderungen, Auswahl und Erweiterung einer ERP-Software erläuterte. ERP-Programme dienen der Ressourcenplanung eines Unternehmens und damit der Unterstützung, Bündelung und Steuerung aller notwendigen Geschäftsprozesse. Gemeint sind damit alle für die Produktion oder Dienstleistung notwendigen Mittel und Güter: Kapazitäten, Personal, Material oder Finanzen. Franziska Baumgärtel vom „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum“ in Chemnitz erklärte den Teilnehmenden, welche Eigenschaften eines ERP-Systems vor dem Hintergrund des digitalen Wandels bei der Auswahl entscheidend sind. Überleitend präsentierte Frank Spiegelhoff, Geschäftsführer der „softwareproduktiv“ GmbH, Möglichkeiten zur Erweiterung und optimierten Anwendung der ERP-Software und band die Teilnehmer mit interaktiven Umfragen ein. Den Abschluss machte Prof. Dr. Urs Pietschmann, Dozent an der Westfälischen Hochschule, indem er auf Lehrangebote und Kooperationsmöglichkeiten der Hochschule im Bereich der ERP-Anwendungen einging. „Alles lief reibungslos“, so Projektleiter Simon Koller.

Ende Juni stand eine weitere Runde des „Enablingcamps Münsterland“ auf dem Programm. In dem kostenfreien Webinar ging es um die Prozesserfassung und Prozessoptimierung in der Produktion. Mit der Digitalisierung von Prozessen sind erhebliche Vorteile verbunden: Fehler, Zeit und Kosten lassen sich reduzieren. Allerdings müssen analoge Prozesse vor der Digitalisierung auf Optimierungspotenziale analysiert werden. Denn: Wird ein schlechter analoger Prozess digitalisiert, ist das Ergebnis ein schlechter digitaler Prozess. Die Inhalte des Webinars vermittelten Sait Baskaya, KI-Trainer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der RWTH Aachen, sowie Timo Mayer, Master-Student der Westfälischen Hochschule im Studiengang „Business Engineering“.

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„Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten.“ Das Sprichwort ist wohl eine Übersetzung aus dem englischen Sprichwort „If the mountain will not come to Mohammed, Mohammed will go to the mountain“ und geht auf den Essay „Of Boldness“ von Francis Bacon (1625) zurück. Quelle: www.redensarten-index.de