Erstes Kennenlernen

Ende Juni besuchten 16 Studierende der indischen PSG-Hochschule in Coimbatore im Rahmen einer „Summer School“ die Westfälische Hochschule. Die Studierenden wollen über das Kooperationsprogramm „Indo German Center for Higher Education“ (IGCHE) später in Deutschland ihren Bachelor-Abschluss machen und zwar wie jeder reguläre Student auf Deutsch. In der „Summer School“ verfestigen sie frühzeitig ihre ersten in Indien erworbenen Deutschkenntnisse und lernen die kooperierenden Hochschulen, Land, Leute sowie die Kultur näher kennen. Begleitet wurden die Studierenden von Tutorin Rayhane Chalghoumi (l.). Organisiert hat die „Summer School“ das „Institut für Internationale Kommunikation“ (IIK) in Düsseldorf. Foto: WH/MV

Im Rahmen der Kooperation „Indo German Center for Higher Education“ (kurz IGCHE), die 2010 ins Leben gerufen wurde, arbeiten deutsche und indische Hochschulen in einem Studienprogramm zusammen. An der Westfälischen Hochschule (WH) gehört Dr. Dirk Fröhling, Professor im Fachbereich Maschinenbau und Facilities Management, zu den Gründern und ist aktuell IGCHE-Vorsitzender (Trikon berichtete in Ausgabe 01/2019). Hochschulmitarbeiterin Sabine Gorke betreut die indischen Studierenden dieser Kooperation. Im Juni besuchten nun Studierende der indischen PSG-Hochschule aus Coimbatore im Rahmen einer „Summer School“ die WH.

(MV) Ein erstes Kennenlernen der Westfälischen Hochschule fand für 16 Studierende Ende Juni in Gelsenkirchen statt. Sechs von ihnen studieren an der PSG-Hochschule im indischen Coimbatore Maschinenbau und zehn Mechatronik. „Ziel der Kooperation zwischen den indischen und den deutschen Hochschulen ist es, den Studenten einen deutschen Bachelorabschluss zu ermöglichen. Dafür studieren sie drei Jahre in Indien und kommen für das letzte Jahr nach Deutschland. Eine erfolgreiche Teilnahme am Deutschunterricht ist aber für alle bereits ab dem ersten Semester Pflicht“, berichtet Sabine Gorke vom Gelsenkirchener Projektbüro.

„Mit dem deutschen Abschluss in der Tasche, haben die Absolventen später sehr gute Chancen in deutsch-indischen Unternehmen zu arbeiten“, so Gorke weiter. Der erste Besuch in Deutschland im Rahmen einer „Summer School“ diene vor allem dazu, erste Sprachkenntnisse zu verfestigen und frühzeitig einem möglichen „Kulturschock“ vorzubeugen.

Ein weiterer Kooperationspartner ist das „Institut für Internationale Kommunikation“ (IIK) in Düsseldorf, mit dem das IGCHE seit 2015 zusammenarbeitet. Das IIK organisiert die „Summer School“, kümmert sich um Formalitäten wie die Beschaffung des Gruppenvisums und steht für eine enge und individuelle Betreuung der jungen Menschen, die oft zum ersten Mal ohne Eltern im Ausland unterwegs sind. Durch die enge Kooperation mit dem IIK als zentraler Anlaufstelle für die Sprachausbildung in Deutschland können die Studenten enger und gezielter betreut werden, als wenn die Teilnehmer und Ansprechpartner über ganz Deutschland verteilt wären“, ergänzt Gorke.

Die „Summer School“ beginnt mit einem Einstufungstest, um das individuelle Sprach-Niveau der Teilnehmer festzustellen und sie dem passenden Sprachkurs zuzuordnen. „Dabei kann es schon mal zu Enttäuschungen kommen, wenn das festgestellte Kursniveau nicht mit der Selbsteinschätzung übereinstimmt. Auch das will schließlich gelernt sein und ist eine Erfahrung, die man besser am Anfang als am Ende seines Studiums macht. Denn die Sprachkenntnisse sind ein wichtiger Schlüssel zum Studienerfolg und zugleich eine nicht zu unterschätzende Hürde“, kommentiert Sabine Gorke.

Ohne bestandene Sprachprüfung erfolgt keine Immatrikulation an der deutschen Hochschule. Anerkannt werden die „TestDaF“-Prüfung mit mindestens 16 Punkten, die „DSH2“-Prüfung sowie die Prüfung „telc C1 Hochschule“. Wer den indischen Studienteil abgeschlossen, aber den „TestDaF“ noch nicht bestanden hat, muss nacharbeiten. Auch dies geschieht bevorzugt am IIK, das gemeinsam mit den Studierenden den Lernpfad für eine baldige Einschreibung ausarbeitet.

„Die Verteilung für das Studium erfolgt dann abhängig vom Studienfach, der gewünschten Spezialisierung und der Anzahl freier Studienplätze. Wir versuchen natürlich den Wünschen der Studierenden entgegenzukommen. Ist dies nicht möglich, priorisieren wir nach den bisher erreichten Leistungen. Vieles werde im persönlich Gespräch zwischen den Hochschulen, Professoren und den Studierenden geklärt“, erläutert Prof. Dr. Dirk Fröhling. Daher sollen die Studierenden auch frühzeitig die kooperierenden Hochschulen und ihre Ansprechpartner kennenlernen. „Weil aller Anfang bekanntlich schwer ist, sprechen wir während der ‚Summer School‘ zum Teil auch noch Englisch mit ihnen. Später, bei der Einschreibung, aber nicht mehr. Ab dann sind sie in jeder Hinsicht reguläre Studierende an einer deutschen Hochschule“, so Sabine Gorke abschließend.

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