Klassische Weihnachtsklänge

Die „Neue Philharmonie Westfalen“ in Zürich – bald auch in der Westfälischen Hochschule am Standort Gelsenkirchen. Foto: motpics.com/Lars Wennersheide

Bach, Händel und Purcell – am neunten Dezember um 19:30 Uhr werden die Stücke bekannter Komponisten besinnliche Vorweihnachtsstimmung im großen Saal der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen verbreiten. Die „Neue Philharmonie Westfalen“ ist zu Gast, um die Musik des Barocks zum Leben zu erwecken.

Die Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts galt lange als überladene, kitschige und dekadente Kunst-epoche. Vor allem die Musik wurde vom Adel als Repräsentation von Macht und Reichtum genutzt. Daher bekam die Zeit einen eher undankbaren Namen: Barock. Ob auf Portugiesisch „pérola barroca“ (deutsch: „unebene Perle“) oder auf Französisch „Ce ridicule baroque“ (deutsch: „Diese seltsame Lächerlichkeit“) schwingt ein abwertender Tonfall mit, der Architektur, Bildhauerei, Malerei oder Musik aus jener Zeit geringschätzt.

Und doch ist es gerade die übertrieben pracht- und prunkvolle Kunst, die das Publikum damals wie heute fasziniert. Pompöse Opern und emotionale Sonette zeigen, wie viel Gefühl man auf ein Notenblatt zwingen kann.

Musikalisch bedeutend war dabei – nicht nur für die Oper, die damals neue populärste Unterhaltung – der sogenannte Generalbass (basso continuo). Im Rahmen dieses harmonischen Gerüsts konnten Solisten und Musiker improvisieren, um ihren Part noch emotionaler zu gestalten. So wurden die Kunstwerke des Barocks im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und wieder in Opernhäusern aufgeführt – oder auch in Hochschulen.

Die „Neue Philharmonie Westfalen“ ist seit über 20 Jahren fester Bestandteil der Orchesterlandschaft im nördlichen Ruhrgebiet. Neben rund 300 anderen Veranstaltungen im In- und Ausland schaffen es die Musiker auch für einen Abend in der Vorweihnachtszeit in die Westfälische Hochschule. (Leonie Brinkmann)

Unter der Leitung von Samuel Bächli und mit der ausgezeichneten Mezzosopranistin Anke Sieloff als Solistin entführt die „Neue Philharmonie Westfalen“ in eine Welt voll weihnachtlicher Emotionen – mit der Musik von Georg Friedrich Händel, Henry Purcell und Johann Sebastian Bach.

Programm

NPW BAROCK_dezember 2019 / MADE IN GREAT BRITAIN

•  Georg Friedrich Händel (1685–1759): Concerto grosso B-Dur op. 3 Nr. 2 HWV 313, Ouvertüre zu „Der Messias“ HWV 56

•  Arien für Mezzosopran und Orchester aus „Der Messias“, „Ariodante“, „Giulio Cesare“, „Joshua“ und Serse“

•  Henry Purcell (1659–1695): Arie „When I am laid“ aus „Dido und Aeneas“

•  Johann Sebastian Bach (1685–1750): Ouvertüre Nr. 1 C-Dur BWV 1066

Sopran: Anke Sieloff
Leitung: Samuel Bächli

Veranstaltungsort: Großer Saal der  Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen
Einlass: 19 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr

Eintritt frei