Medizin und Gesundheit: Probleme und Perspektiven

Spannende Diskussionen beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit mit den Expertinnen und Experten von IAT und WIGE. Foto: Koopmann/gelivent

Jährlich im Spätfrühling findet in Berlin der Hauptstadtkongress (HSK) für Medizin und Gesundheit statt, so auch in diesem Jahr vom 21. bis 23. Juni. Rund 8.000 Experten und Entscheider trafen sich und berieten über Entwicklungsprobleme und Zukunftsperspektiven für mehr Gesundheit in Deutschland. Das Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) und das Westfälische Institut für Gesundheit (WIGE) waren in Berlin dabei.

(CB) IAT und WIGE engagierten sich im Rahmen des Gemeinschaftsstandes „W.I.R. Wissen.Innovation.Region“, der vom „Netzwerk Deutsche GesundheitsRegionen“ (NDGR e.V.) organisiert wurde. Inhaltlich stießen die Beiträge aus Gelsenkirchen und Westfalen auf großes Interesse: Seit Jahren begleitet das IAT Gesundheitsregionen in vielen Teilen Deutschlands bei ihrer Entwicklung. In Berlin arbeitete Prof. Dr. Josef Hilbert, der geschäftsführende Direktor des IAT heraus, dass viele Gesundheitsregionen gerade in eine neue Etappe ihrer Arbeit einsteigen: Sie haben – etwa im Bereich der Tele-Medizin (bei der Tele-Kardiologie oder der Tele-Diabetologie) – „vor Ort“ neue Ansätze entwickelt und erfolgreich erprobt und sind jetzt dabei, diese auch überregional in die Nutzung zu bringen – und dabei können sich Gesundheitsregionen wechselseitig unterstützen.

„Smart.Reha“, ein Innovationsprojekt, das von IAT und WIGE im Ruhrgebiet initiiert wurde und mitgetragen wird, stieß in Berlin auf erstauntes Interesse. Neu an „Smart.Reha“ ist unter anderem, dass hier Telemedizin genutzt wird, um Reha zu Hause möglich zu machen. Digitale Techniken ermöglichen es, die Reha auf neue Beine zu stellen und – so die zuversichtliche Erwartung – deutlich zu verbessern. „Das Bessere wird dann zum Feind des Guten und wird sich am Ende durchsetzen!“, so die Prognose des Gesundheitsexperten Stephan von Bandemer aus dem IAT-Forschungsschwerpunkt „Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität“.

Auf großes Interesse stießen auch die weiteren Gelsenkirchener Beiträge zur Nutzung digitaler Techniken in der Gesundheitswirtschaft. Michaela Evans, die Leiterin des IAT-Forschungsschwerpunktes „Arbeit und Wandel“, berichtete aus dem Projekt „DigiKIK“ (Digitalisierung.Krankenhaus.Interaktion.Kompetenz). Eine zentrale Erkenntnis hier ist, dass der Rausch der kontroversen Grundsatzdiskussionen über die fantastischen Möglichkeiten und dystopischen Schrecken der Digitalisierung zu Ende geht - und jetzt an konkreten Umsetzungen gearbeitet wird. Unbedingt zu berücksichtigen sei dabei, dass die neuen Möglichkeiten mehr Platz und mehr Zeit für den interaktiven Austausch der Gesundheitsprofis mit Patienten bringen muss. Evans: „Hierfür gibt es gute Chancen!“

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