Vorausschauende Wartung

Die Pilotunternehmen des Innovationsforums „Predictive Maintenance@KMU“ bei der Podiumsdiskussion. Foto: WFG

„Was wird wann passieren?“ ist eine Kernfrage für jeden, der Maschinen betreibt und der lieber rechtzeitig eine Instandhaltung veranlasst als zu reparieren und Ausfallzeiten in Kauf zu nehmen. Die englischsprachige Maschinenwelt spricht in diesem Zusammenhang von „Predictive Maintenance“ (PdM) für eine vorhersagende, zustandsorientierte Instandhaltung.

(BL) Zu diesem Thema gab es im September im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Reihe von Innovationsforen im Mittelstand das Forum „PredictiveMaintenance@KMU“ im Münsterland, wegen Corona virtuell im Netz. Über 120 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland schalteten sich der virtuellen Fachtagung zu. Federführend für die Veranstaltung war die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken, zu den Partnern gehörte unter anderen die Westfälische Hochschule, auf dem Forum vertreten von Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann und David-Ben Krauß vom Mechatronik-Institut am Hochschulstandort Bocholt.
Um Wartungsarbeiten bestmöglich planen zu können und Störungszeiten vorauszusagen, werden neben Erfahrungswerten aus der Vergangenheit Echtzeitdaten genutzt, die von mit den entsprechenden Maschinen verbundenen Sensoren geliefert werden. Wenn Sie jetzt an das Display in ihrem „intelligenten“ Auto denken und an die Meldung „Bremsbelagverschleiß“, sind Sie schon ganz nah am Thema. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist das jedoch noch eine große Herausforderung, wenn es um Produktionsmaschinen geht und sie haben dafür, so die Einschätzung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, einen hohen Unterstützungsbedarf, um diese Art vorausschauender Instandhaltung fürs Unternehmen zu nutzen. Das Innovationsforum wollte dazu einen branchenübergreifenden Technologie- und Kompetenzaustausch bei der Umsetzung von vorausschauender Instandhaltung in KMU starten. Besondere Berücksichtigung sollten dabei ältere Maschinenparks erfahren. Zusätzlich sollte im Rahmen des Innovationsforums ein Leitfaden entwickelt werden, der den KMU konkrete Vorgehensweisen für den ökonomischen Einsatz von PdM an die Hand gibt. Als Schwerpunkt der Projektarbeit war dieser von der Westfälischen Hochschule in Zusammenarbeit mit den Pilotunternehmen „Ferro Umformtechnik GmbH & Co. KG“ aus Stadtlohn und „Bischof + Klein SE & Co. KG“ in Lengerich erstellt worden. Der Leitfaden kann insbesondere kleine und mittelständischen Unternehmen konkrete Vorgehensweisen für den ökonomischen Einsatz von PdM und potenzielle Lösungsansätze für ihre konkrete Situation im Unternehmen aufzeigen. Diesen Leitfaden stellte Prof. Dr. Franz-Josef Peitzmann am zweiten Tag des Forums vor, inzwischen liegt der Leitfaden unter www.wfg-borken.de/pdm-leitfaden zum Download bereit, Vortragsfolien und Präsentationen unter https://www.wfg-borken.de/innovationsberatung/innovationsforum-kongress-pdmkmu/.

Peitzmann war auch Teilnehmer einer anschließenden Podiumsdiskussion zu den ersten Schritten bei der Einführung von PdM. David-Ben Krauß, zweiter Vertreter der Westfälischen Hochschule bei diesem Forum, hatte am Vortag die „Digitale Fabrik Bocholt“ der Westfälischen Hochschule vorgestellt. Insgesamt beteiligten sich Vertreter von einem Dutzend Firmen und Forschungseinrichtungen an dem zweitägigen Forum.

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