Starke Frauen im Mittelpunkt

Geballte Frauen-Power: Die Teams der diesjährigen JPR-Projektwoche feierten ihre porträtierten Erfinderinnen, hier Katharina Schleeberger (Mitte). Auch bei dieser Projektwoche standen den Teilnehmenden Lehrende des Instituts sowie Coachinnen und Coaches aus der Praxis zur Seite. Foto: WH/Dieter Stegemann

Ende Oktober 2022 stand die Projektwoche des Instituts für Journalismus und Public Relations an. Dabei bearbeiten die Studierenden in semesterübergreifenden Projektgruppen über eine Woche die Aufgabenstellung eines externen Auftraggebers. Die Ergebnisse wurden am Ende der Woche präsentiert und ausgezeichnet. 2022 erwartete die über 200 Studierenden eine besondere Aufgabe: 70 innovative Frauen aus dem Projekt Westfälische Erfinderinnen sollten porträtiert und Kommunikationsmaterial zur Steigerung ihrer Sichtbarkeit entwickelt werden. Dabei wurden die Projektteams von Vertreterinnen und Vertretern sowie Coachinnen und Coaches aus der Praxis unterstützt.

(YG) Die Westfälischen Erfinderinnen sind ein dreijähriges vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt. Ziel ist es, innovative Frauen, unter anderem aus der Wissenschaft, der Wirtschaft sowie aus sozialen Bereichen, die im Ruhrgebiet und Münsterland tätig sind, sichtbar zu machen und ihre Vorbildfunktion sowie große Bedeutung für die Weiterentwicklung des Innovationsstandorts Deutschland herauszuarbeiten.

Die Projektwoche startete mit einem kurzen Briefing für die Projektteams, die semesterübergreifend nach ihren Stärken und Skills zusammengestellt wurden. Die Aufgabe lautete für jede Gruppe, Portraits in Bild und Text von drei bis vier Frauen aus dem Kreise der Westfälischen Erfinderinnen zu erstellen. Darüber hinaus konnten die Projektgruppen weiteres Kommunikationsmaterial produzieren. Dabei wurden der Kreativität keine Grenzen gesetzt – was die Projektteams bei ihrer Abschlusspräsentation auch grandios umsetzten. Der Fokus bei
den Porträts lag darauf, die Frauen als Personen vorzustellen, aber auch ihre Innovation an sich. Wichtig war dabei vor allem, ihre Vorbildfunktion für andere Frauen zu betonen.

Dabei saß den Projektgruppen die Zeit im Nacken: Teilweise hatten die 21 Teams – bestehend aus bis zu zwölf Studierenden – nur eine Stunde Zeit, um sich kennenzulernen, Fähigkeiten und Interessen zu klären sowie abzustimmen, wer welche Erfinderin porträtiert. Dann standen bereits die ersten Telefonate mit den Frauen an, um sich kennenzulernen und die Planungen zu besprechen. Dienstag und Mittwoch ging es für die Studierenden dann quer durchs Ruhrgebiet und das Münsterland, um ihre Erfinderinnen dort persönlich zu treffen und das Kommunikationsmaterial zu erstellen. Bis Donnerstag wurden dann die Poster für die Abschlusspräsentation und das Porträt-Material in Windeseile produziert: Social-Media-Material, Podcasts, TikTok-Videos und vieles mehr. Dabei erhielten die Studierenden Unterstützung durch Lehrende des Instituts sowie Coachinnen und Coaches aus der Praxis.

Am Freitag stand für die Studierenden die große Abschlusspräsentation vor der Jury an. Diese setzte sich aus der Journalistin Katrin Kroemer, der Gleichstellungsbeauftragten der Westfälischen Hochschule, Alina Zickmann, sowie Prof. Dr. Julia Frohne, Professorin im Forschungsprojekt und Vorsitzende der Geschäftsführung der Business Metropole Ruhr, sowie WDR-Moderator Tobias Häusler und Agenturdirektor Thomas Wein zusammen. Zudem waren 20 der porträtierten Frauen selbst vor Ort. Wer nicht persönlich dabei sein konnte, hatte Gelegenheit, die Präsentationen per Livestream zu verfolgen. 

Für die Präsentation ihrer Ergebnisse zogen die Studierenden alle Register. Von einem eigens produzierten Video für den Einmarsch eines Projektteams zum Song „Run the world (girls)“ von Beyoncé, einer entspannten Präsentation zu einer Erfinderin mit Yoga-Schwerpunkt sitzend auf Yoga-Matten, mintfarbener Kleidung für Erfinderinnen mit MINT-Fokus bis hin zu einer Mehlwürmer-Kostprobe für die Jury. Während der Präsentationen gab es aber auch immer wieder sehr emotionale Darstellungen der porträtierten Frauen, wie beispielsweise bei den Initiatorinnen des Projekts „Warm durch die Nacht“, die sich um die Versorgung von Obdachlosen kümmern.

Bei so vielen außergewöhnlichen Projektarbeiten fiel der Jury die Auswahl der Siegerinnen- und Siegergruppen schwer. Daher wurde neben den drei ersten Plätzen spontan ein weiterer Sonderpreis vergeben. Bei der Bewertung flossen Faktoren wie die gute Darstellung der Innovationsleistung, der regionale Bezug, die klare Struktur im Präsentationsaufbau, die Emotionalität sowie die nachhaltige Wirkung ein.

Die Studierenden zogen nach dem feierlichen Abschluss der Projektwoche ein durchweg positives Fazit: Viele empfanden ihre porträtierten Erfinderinnen als sehr inspirierende Vorbilder und haben den gesellschaftlichen Impact der innovativen Leistungen dieser Frauen verinnerlicht. Die männlichen Studierenden waren dabei vom Projekt ebenso angetan wie ihre Kommilitoninnen. Auch die porträtierten Frauen waren mehr als zufrieden mit den Ergebnissen und lobten die Professionalität der Studierenden. 

Das produzierte Material der Projektteams können die Erfinderinnen zukünftig für ihre eigene Vermarktung nutzen. Zudem wird es auf den Kanälen der Westfälischen Erfinderinnen sowie 2023 im Rahmen einer Website und einer Plakatkampagne aufgegriffen. Die JPR-Projektwoche ist ein Bestandteil der Umsetzungsphase des BMBF-Projekts, das noch bis Juli 2024 läuft.

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