Technik-Tal Ruhrgebiet

Beim Treffen der Akteure von „ruhrvalley“ wurde auch diese Landmarke vor der Akademie Mont Cenis durch Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda als Vertreter der Stadt und Peter Schrimpf von der RAG, die die Edelstahl-Landmarke für das alte Zechengelände finanziert hat, eingeweiht. Im Hintergrund: Die Schutzhauben, die dazu dienen, dass kein Grubengas aus dem früheren Schacht unkontrolliert oder explosionsgefährlich entweicht. Foto: WH/BL

Gemeinsam geht es besser als allein: Dieses Motto hätte auch über dem Treffen der Akteure von „ruhrvalley“ im Mai stehen können. Dietmar Spohn, Sprecher der Projektsteuerung von „ruhrvalley“, betonte, dass die bereits begonnenen Projekte unter dem Dach von „ruhrvalley“ zeigten, dass mit den richtigen Partnern Ziele erreichbar seien, die allein unerreichbar gewesen wären. Außerdem gab es bei der Veranstaltung in der Herner Akademie Mont Cenis mit der Einweihung einer Landmarke „ruhrvalley“ einen zusätzlichen Glanzpunkt im Tagesablauf.

(BL) Das erklärte Ziel von „ruhrvalley“ ist, mit Partnern sichere und vertrauensvolle Technologien für das Ruhrgebiet zu schaffen, die in einer digitalen und vernetzten Welt das Zusammenwirken und die intelligente Nutzung verschiedener Energieformen und unterschiedlicher Mobilitätskonzepte ermöglichen. Dietmar Spohn: „Zusammen sind wir stärker als der Einzelne.“ Er, so Spohn, glaube an die Innovationskraft des Ruhrgebiets, „ruhrvalley“ bringe Unternehmen, Hochschulen und Region zusammen. Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule und zugleich Vorstandsvorsitzender des Cluster-Vereins von „ruhrvalley“ , warf einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: „Früher war die Zukunft vorhersehbar und die Bereitstellung von Strom und Wärme basierte auf einem festen System fossiler Energieträger. Heute gibt es die Energiewende und die Mobilität muss sich wandeln.“ Das sei zugleich eine große Chance für neue Ideen und neue Geschäftsfelder für Unternehmen und damit für Arbeitsplätze. Über die Initiative „ruhrvalley“ erwarte er dazu in den kommenden sechs Jahren erste Erfolge.

Die Vergangenheit war auch Thema des Programmpunkts „ruhrvalley Reise“. Prof. Dr. Andrea Kienle, Prorektorin für Forschung und Entwicklung an der Fachhochschule Dortmund, erläuterte, wie alles begann und das „ruhrvalley“-Dreieck zwischen den Fachhochschulen in Gelsenkirchen, Dortmund und Bochum entstand. Aus einer Projektskizze im NRW-Programm „Starke FHs – Impuls für die Region“ wurde ein FH-Impuls-Projekt, das über Antrag, Präsentation und Zuteilung am 21. Juli 2016 eine Finanzierungszusage vom Land Nordrhein-Westfalen erhielt. Damit war „ruhrvalley“ geboren.

Prof. Dr. Gerd Uhe, Partnerschaftssprecher bei „ruhrvalley“, kam 2018 dazu und berichtete beim diesjährigen Treffen von der Einrichtung des Management-Büros in der Herner Akademie Mont Cenis und der Bildung des Management-Teams um Prof. Dr. Ute Ritzerfeld-Zell, Marketing-Professorin an der Hochschule Bochum. Unter ihrer Leitung entstanden Marketingstrategien und das Markenmanagement für „ruhrvalley“.

Danach ging es „zur Sache“. Die bereits bestehenden Projekte von „ruhrvalley“stellten ihre Themen und Aktivitäten vor. Dazu gehört das Projekt „Smart Solar Geothermal Energy Grid Ruhr“, an dem von der Westfälischen Hochschule sowohl das Institut für Internet-Sicherheit unter Prof. Norbert Pohlmann als auch Prof. Dr. Lothar Howah, Experte für elektronische Bauelemente, Mikrocomputertechnik und eingebettete Systeme, und Sven Grewing vom Westfälischen Energieinstitut beteiligt sind.

Thomas Krause, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Gelsenkirchener Fachbereich „Maschinenbau und Facilities Management“ stellte das Projekt „EMEL“ vor. Das steht für „Energiemanagement in metropolitanen E-Mobility-Ladeinfrastrukturen“. Im Kern soll es dazu führen, dass private Stromerzeuger ihren Eigen-Strom auch an anderer Stelle als der eigenen Steckdose tanken können. Dazu braucht es sowohl noch energetische als auch technische und abrechnungstechnische Voraussetzungen, die es jetzt, so Thomas Krause, noch nicht gebe.

Später am Nachmittag setzten sich die Akteure von „ruhrvalley“ noch in Arbeitsgruppen zusammen, um Zukunftsthemen zu planen und sich Gedanken zu machen, für welche Probleme welcher Kunden sie Lösungen entwickeln wollen und können. Zu den Zukunftsthemen gehört auch die „Ruhr Master School“ (RMS), eine Lehrkooperation der drei Fachhochschulen Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen. Mit der RMS bekommt „ruhrvalley“ein Standbein in der Lehre und will gleichzeitig helfen, sie zu internationalisieren.

Fotogalerie

„ruhrvalley“

Projektantrag: Mai 2016
Projektstart: Juli 2016
Heute: 24 Kooperationsunternehmen, mehr als 650 Mitarbeiter, mehr als 85 Millionen Euro Jahresumsatz
Internet: www.ruhrvalley.de