Editorial

Foto: Sven Lorenz

Liebe Leserinnen und Leser,

die aktuellen Naturkatastrophen in unserem direkten Umfeld sensibilisieren selbst die, die das Thema Klimaschutz nicht wirklich auf ihrer Prioritätenliste ganz oben haben. Die Erkenntnis, dass dringender Handlungsbedarf besteht, setzt sich zunehmend durch. Ernüchternd ist zuweilen, dass Diskussionen zur Konkretisierung von Maßnahmen oft im unbestimmten Konjunktiv bleiben. Wer kennt nicht die Talkshow-Beiträge mancher Politikerinnen und Politiker, die beschwören, dass „man“ etwas tun „müsse“. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Hinweise auf zu lange Genehmigungs- und Umsetzungsprozesse beispielsweise bei großen Infrastrukturprojekten, die für die Gestaltung der Energiewende unerlässlich sind. Überraschend ist dabei, dass offensichtlich nicht immer klar ist, wer für die Schaffung des rechtlichen Rahmens in Deutschland zuständig ist. Eine kritische Selbstreflexion könnte dazu führen, zu erkennen, dass „man“ man selbst ist. Wenn das geklärt ist, wäre der nächste Schritt, den Konjunktiv zu überwinden und selbst ins Handeln zu kommen. Aus Sicht der Wissenschaft wollen wir gerne unsere Beiträge dazu leisten.

Ihr
Bernd Kriegesmann