20 Jahre DGMT

Zwanzig Jahre lang war Prof. Dr. Winfried Schmidt (Foto) von der Westfälischen Hochschule Geschäftsführer der „Deutschen Gesellschaft für Membrantechnik e. V.“ (DGMT). Mit der Jubiläumsfeier in diesem Jahr übergab er sein Amt in die Hände von Prof. Dr. Stefan Panglisch, Inhaber des Lehrstuhls für mechanische Verfahrenstechnik/Wassertechnik an der Universität Duisburg-Essen. Schmidt geht außerdem zum Ende des Sommersemesters 2020 in den Ruhestand. Dem Corona-Virus und seinen Kontaktbeschränkungen geschuldet platzte die Abschiedsparty, die Schmidt bereits gemeinsam mit seinen ebenfalls in den Ruhestand wechselnden Kollegen Prof. Dr. Achim Bothe und Prof. Dr. Alfons Rinschede geplant hatte. Foto: J. Strackbein/ZWU

Im Februar 1999 gründete sich synergetisch mit der Entstehung der Effizienzagentur NRW der Arbeitskreis Membrantechnik, der im Folgejahr zur „Deutschen Gesellschaft für Membrantechnik“ wurde und daher dieses Jahr das zwanzigjährige Jubiläum feierte. Sein erster Geschäftsführer war über die ganze Zeit Prof. Dr. Winfried Schmidt von der Lehreinheit Umwelt- und Gebäudetechnik der Westfälischen Hochschule.

Am Anfang war es eher eine „regionale Stachelschwein-Versammlung“ als ein international vernetzter Fachverband mit Innovationspotenzial, so Prof. Dr. Winfried Schmidt in der Rückschau. Zu Deutsch: Aller Anfang ist schwer, auch in der Membrantechnik. Am Anfang stand die Effizienzagentur NRW, die im Auftrag des Umweltministeriums Unternehmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz bewegen sollte und von der damaligen NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn die Anfrage bekam, ob sie „was mit Wasser“ machen könne. Daraufhin fand sich ein kleiner Kreis von Membranleuten zusammen, deren erstes Treffen Schmidt als „Stachelschwein-Hochzeit“ bezeichnet: „Man will schon, hat aber Angst, gepiekst zu werden.“ Als energischer Mitstreiter netzwerkte er so lange und so intensiv, bis (unter Zuhilfenahme leckerer Schnittchen) die Widerstände überwunden waren. Und sehr bald machte der Arbeitskreis den Schritt zur Vereinsgründung der „Deutschen Gesellschaft für Membrantechnik“ und ließ sich nicht davon beeindrucken, dass das Kürzel DGMT auch für die „Deutsche Gesellschaft für Moor- und Torfkunde“ oder die „Deutsche Gesellschaft für Mentales Training“ genutzt wurde.
Die Satzung ließ auch gar keine Verwechslungen zu: Die „Deutsche Gesellschaft für Membrantechnik“ nahm sich vor, „Interessierten am Transfer und Know-how bei Fragen der Membrantechnik den Raum für Diskussionen zu bieten und die Anwendung der Membrantechnik zu fördern.“ Dazu sollten Fachveranstaltungen, Seminare, Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen dienen. Die Mitglieder erhielten laufend aktuelle Informationen und Unterstützung  bei Forschungsanträgen. Außerdem sollten Kontakte zu Branchenvertretern und anderen Verbänden, Vereinen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen geknüpft werden. Die DGMT war auf Messen präsent und arbeitete zusammen mit staatlichen Stellen Deutschlands.

Der Struktur aus Vorstandsteam und Beirat wurde als operative Unterstützung ein Geschäftsführer an die Seite gestellt, eben Prof. Dr. Winfried Schmidt. Außerdem eine (kleine) Geschäftsstelle. Das Wort „operativ“ nahm Schmidt sehr ernst. Als Netzwerker in alle Himmelsrichtungen bündelte er auch scheinbar widerstrebende Interessen, so die Zeitschrift „F & S – Filtrieren und Separieren“ in ihrer zweiten Ausgabe 2020. Neben die Vernetzung deutscher Membranexperten traten Aktivitäten nach Rumänien, Italien, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland und Südafrika. Stephan Schütze von F & S formulierte es so: „Winfried Schmidt prägte über 20 Jahre das Gesicht der DGMT: Er hat den Verein mit aus der Taufe gehoben und entscheidend dazu beigetragen, die DGMT zu formen und zu der Instanz werden zu lassen, die sie heute ist.“ Unausweichlich wurde Schmidt mit dem Ausscheiden aus der Geschäftsführung zum ersten Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt.
Noch vor den Kontaktsperren wegen des Coronavirus‘ gab es zum zwanzigjährigen Jubiläum eine Festveranstaltung mit Fachvorträgen, einem Science-Slam und einem abschließenden festlichen Abendessen. (BL)

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Unter dieser Überschrift hätte im Mai an der Westfälischen Hochschule ein „DGMT-Stakeholder-Dialog“ stattfinden sollen. Wegen der Corona-Epidemie wurde er auf März 2021 verschoben und soll dann an der Universität Duisburg-Essen stattfinden. Ankündigung und Programm finden sich als Einladung für Interessierte unter www.dgmt.org.