Auftakt zu „KuDeQua“

Die Partner Stadt Dortmund, „NRW.Bank“ und IAT mit Vertretern des Begleitforschungsvorhabens vom Difu (Deutsches Institut für Urbanistik). Foto: Stadt Dortmund

Das Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) erforscht Quartierslabore als Modelle für gesellschaftliche Dienstleistungen vor Ort.

(CB) Wie das nördliche Ruhrgebiet insgesamt ist auch der Norden Dortmunds durch Brachflächen und Leerstände gekennzeichnet. Es gibt ein Überangebot an Arbeitskräften, ein Defizit bei den quartiersbezogenen Dienstleistungen und Versorgungsangeboten sowie auf der Nachfrageseite vergleichsweise finanzschwache Haushalte, vielfach mit Migrationshintergrund und Sprachbarrieren. Quartiere, die einerseits von den positiven Entwicklungen des Strukturwandels in der Vergangenheit nicht profitieren konnten und andererseits vor besonderen demografischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen stehen, lassen dennoch große Potenziale vermuten.

Genau hier setzt das Projekt „KuDeQua“ für „Quartierslabore – Kultur- und demografiesensible Entwicklung bürgerschaftlich getragener Finanzierungs- und Organisationsmodelle für gesellschaftliche Dienstleistungen im Quartier“ an, welches gemeinsam von der Stadt Dortmund mit dem Projekt „Nordwärts“, dem Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) und der „NRW.Bank“ als Förderbank für Nordrhein-Westfalen entwickelt wurde.

Das Verbundvorhaben, welches von der Stadt Dortmund federführend koordiniert wird, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ über drei Jahre gefördert. Zum offiziellen Projektstart trafen sich am Sommeranfang die Partner im Rathaus der Stadt Dortmund.

Ziel des Projektes ist es, Versorgungslücken in betroffenen Quartieren zu identifizieren. Dazu werden in Quartierszirkeln, in Workshops, über Begehungen und über weitere Beteiligungsformate die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger aufgenommen und darauf aufbauend gesellschaftliche Dienstleistungen nicht nur entwickelt, sondern auch praxisnah in den Quartieren erprobt. Hierbei sollen besonders Fragen zu neuen und alternativen Finanzierungs- und Organisationsmodellen beantwortet werden. Die Erkenntnisse bezüglich dieser Finanzierungs- und Betreibermodelle werden gesammelt und anderen Kommunen in Form eines digitalen und analogen Wegweisers zur Verfügung gestellt, so dass auch andere Kommunen von den Ergebnissen profitieren können. Das Projekt entwickelt somit Hilfestellungen für zukünftige „Sozialunternehmungen“ in Form von Unternehmens-, Finanzierungs- und Betreiberkonzepten.

Projektinfo