Gestaltungsoffensive für die Gesundheitsberufe

Titelbild der Studie. Abb.: Arbeitnehmerkammer

Eine IAT-Studie zeigt Modernisierungs- und Qualifizierungsstrategien auf.

(CB) Für ein leistungsfähiges und wirtschaftsstarkes Gesundheitssystem der Zukunft ist eine Gestaltungsoffensive der Gesundheitsberufe notwendig. Innovationen von Versorgungsprozessen müssen mit neuen Modellen der Arbeitsorganisation in Gesundheitsberufen zusammen gedacht werden, um Arbeitsbelastungen zu reduzieren und Beschäftigten attraktivere Jobs anbieten zu können. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die das Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen erstellt hat.

Am Beispiel des Bundeslandes Bremen wird deutlich, dass die Gesundheitswirtschaft nicht nur ein starkes Stück Wirtschaft in Deutschland darstellt, sondern auch stark durch Beschäftigung geprägt ist. Insgesamt sind in der Gesundheitswirtschaft Bremens rund 61.000 Menschen erwerbstätig, darunter rund 49.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, rund 8.600 geringfügig Beschäftigte sowie rund 3.200 Selbstständige. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Wachstum des ambulanten Sektors zu, sowohl bei der Beschäftigungsentwicklung wie auch in der hohen Angebotsdichte, etwa in der Altenhilfe. Herausforderungen erwachsen hierbei jedoch aus den Beschäftigungsbedingungen: In den Pflegeberufen arbeiten viele freiwillig Teilzeit, weil die hohe Arbeitsbelastung sonst nicht zu bewältigen ist.

Wichtige Zielgruppen für eine Gestaltungsoffensive der Gesundheitsberufe sind neben der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege die Helferinnen und Helfer in den Pflegeberufen, Hebammen und Entbindungspfleger, die Berufe in der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie. In allen Berufsgruppen gibt es spezifische Herausforderungen für Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen und Qualifizierung, die es für ein leistungsfähiges und wirtschaftsstarkes Gesundheitssystem der Zukunft zu bewältigen gilt – und das nicht nur im Land Bremen.

Als wichtiges Versorgungsfeld neben den klassischen Sektoren des Gesundheitswesens gilt das Wohnen im Alter, das in Bremen aufgrund von wegweisenden Projekten bereits einen hohen Stellenwert einnimmt. Die stärkere Verknüpfung des Wohnens im Alter mit technologischen und digitalen Lösungen wird in Zukunft weiter an Stellenwert gewinnen und dazu beitragen, die Rolle Bremens als einem der wichtigsten Vorreiterstandorte für das Wohnen im Alter auszubauen. Einige Erfolge, aber auch noch „Luft nach oben“ diagnostiziert die Studie für die Entwicklung der industriellen Gesundheitswirtschaft, die von einer intensiveren Vernetzung zwischen Entwicklung, Erprobung und Anwendungspartnern noch stärker profitieren könnte.

Mit Blick auf die besonderen Erfordernisse für die bremische Gesundheitswirtschaft lautet die zentrale Botschaft der Studie, eine „Kümmerer-Instanz“ für die Gesundheitswirtschaft in der Politik zu schaffen, die Vernetzungsaktivitäten und Innovationspartnerschaften, etwa zwischen Forschung, industrieller Gesundheitswirtschaft und Versorgungspraxis unterstützt und vorantreibt.

Weitere Informationen:
Gesundheitswirtschaft in Bremen - Befunde und Perspektiven. Download

Gesundheitswirtschaft in Bremen - Daten, Fakten und Ausblick. Download