Geld für Forschungsgeräte

Prof. Dr. Katrin Grammann und Prof. Dr. Jens Gerken. Fotos: WH/MV

Ende des Jahres schüttete das Land Nordrhein-Westfalen erneut Geld im Rahmen des Förderprogramms „FH Basis“ aus. Damit werden neu berufene Professorinnen und Professoren mit Mitteln zur Beschaffung von Forschungsgerät für die anwendungsorientierte Forschung an Fachhochschulen unterstützt. Die Westfälische Hochschule kommt in den Genuss von Geld für Geräte in der Molekurlarbiologie und in der Robotik.

(BL) Die Fördermittel fließen an die Hochschulstandorte Recklinghausen und Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule. In Recklinghausen schafft Prof. Dr. Katrin Grammann vom Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften für knapp 75.000 Euro ein „Durchflusszytometer für die Optimierung von Ganzzellkatalysatoren und Mikrobiomstudien“ an. Grammann lehrt im Studiengang Molekularbiologie Mikrobiologie, Bioanalytik und „Metabolic Engineering“/mikrobielle Ganzzellkatalyse. Dabei werden die Stoffwechselwege von Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie im großtechnischen Maßstab gewünschte Wertstoffe effizient produzieren. Gemeinsam mit ihren Kollegen Prof. Dr. Frank Eiden und Prof. Dr. Rainer Ostermann soll in Recklinghausen an Nahrungsergänzungsmitteln und pharmazeutischen Produkten gearbeitet werden. Außerdem will Grammann sich in Kooperation mit dem Uniklinikum Münster mit dem menschlichen Mikrobiom im Darm auseinandersetzen und Erkenntnisse daraus nutzen, um Prä- und Probiotika für den Gesundheitsmarkt zu entwickeln. Das Durchflusszytometer erlaubt die Analyse von Zellen, die in hoher Geschwindigkeit einzeln an einem Laserstrahl vorbeifließen. Aus den dabei entstehenden Effekten können Zellen gezählt werden und es kann auf ihre Eigenschaften geschlossen werden.

In Gelsenkirchen verwendet Prof. Dr. Jens Gerken etwa dieselbe Fördersumme zur Anschaffung eines kollaborativen Roboterarms mit Greifer und passendem 3-D-Sensorsystem für die Interaktion mit Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen. Gerken ist Professor für Medieninformatik, insbesondere bei der Mensch-Computer-Interaktion. Dieses traditionell interdisziplinär ausgerichtete Fachgebiet beschäftigt sich aus Sicht der Informatik insbesondere mit den Themen der Softwareentwicklung und Evaluation, die die einfachere Bedienung und Nutzung von „intelligenten“ Technologien durch den Menschen zum Ziel haben. Gerkens Projekte für die Zusammenarbeit von bewegungseingeschränkten Menschen mit Robotern im Arbeitsleben und für ein selbstbestimmtes Leben kümmern sich vor allem um so genannte Tetraplegiker, Menschen, die stark körperlich eingeschränkt sind bei der Verwendung von Armen und Beinen. Dadurch bleiben für die Interaktion mit einem Roboter oft nur Augen, Kopf und Sprache. Hier eine individuell bestmögliche Kombination zu finden, ist ein Aspekt der Forschung. Im Rahmen der FH-Basis-Fördermittel  wird ein Zwei-Finger-Greifer angeschafft, der sich flexibel steuern lässt.  Sensoren erkennen Berührungen, eine 3-D-Bilderkennung auch weiter entfernte Objekte und Hindernisse. Gerkens Entwicklungsarbeiten treffen an der Westfälischen Hochschule auf die bereits bestehenden Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit Prof. Dr. Marion Gebhard. Außerdem kooperiert er mit den Universitäten in Bremen und Duisburg-Essen.

Insgesamt hatten 17 nordrhein-westfälische Fachhochschulen mit 61 Anträgen an der Ausschreibung zum FH-Basis-Programm 2018 teilgenommen. 39 Projektanträge wurden zur Förderung ausgewählt. Die Gesamtfördersumme beträgt rund zweieinhalb Millionen Euro. Neben der Westfälischen Hochschule werden die Fachhochschulen Aachen, Bielefeld, Dortmund, Münster, Südwestfalen, Bochum, Bonn-Rhein-Sieg, Düsseldorf, Hamm-Lippstadt, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe, Rhein-Waal, Ruhr West, die Rheinische und die Technische Fachhochschule in Köln sowie die Technische Hochschule Georg Agricola in Bochum gefördert. Die Geräte kommen in Forschungsprojekten zum Einsatz, die Fortschritte in zentralen Zukunftsfeldern versprechen.