Erfolg bei der Forschungsförderung

Wie man Förderanträge erfolgreich durchs Antragsverfahren bekommt, war das Thema einer hochschulinternen Veranstaltung der Forschungsförderer Dr. Elisabeth Birckenstaedt (l.), Cristina Quintana Jordán (erste Reihe rechts) und Stefan Maas (2.v.r.). Foto: WH/BL

Eine Forschungserfolg versprechende Idee zu haben, ist das Wichtigste. Wer jedoch neben der Idee für die Umsetzung auch finanzielle Unterstützung benötigt, tut gut daran, ein Förderprojekt zu finden, das ihn unterstützt.

(BL) Doch da fängt die Problemstrecke an: Neben der hochschulinternen Forschungsförderung gibt es ungezählte Förderprojekte auf regionaler, nationaler, europäischer oder sogar darüber hinausgehender Ebene. Die meisten benötigen spezifische Anträge und das Wissen, wie man sich in Bewerbungsverfahren auf die Liste der Sieger bringt. Doch es gibt auch Hilfe: Der Technologietransfer, die nationale Forschungsförderung und die europäische Forschungsförderung der Hochschule haben ihre Unterstützungsleistung im Rahmen der zentralen Betriebseinheit für die Kooperation in Lehre und Forschung gebündelt und haben im November vor rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine erste Informationsveranstaltung in Gelsenkirchen angeboten, wie der Forscher und die Forscherin erfolgreich Förderanträge schreiben.

„Wer zum ersten Mal einen Antrag auf öffentliche Förderung schreibt, steht vor einem Berg von Fragen“, weiß Dr. Elisabeth Birckenstaedt vom Technologietransfer, „aber auch bei bereits erfahrenen Antragstellern läuft nicht immer alles wie am Schnürchen. Darüber hinaus ändern sich Fördermittelausschreibungen und Notwendigkeiten in der Westfälischen Hochschule.“ Neben dem Wissenschaftler und der Wissenschaftlerin, die natürlich die Hauptpersonen sind und bleiben, müssen je nach Idee für einen reibungsfreien Projektaantrag und Projektverlauf die Forschungsförderungsabteilungen, das Finanzdezernat, das Justiziariat und die Hochschulleitung eingebunden werden.

Zur Vorinformation haben Elisabeth Birckenstaedt, Stefan Maas für die nationale Forschungsförderung an der Westfälischen Hochschule und Cristina Quintana-Jordán für die EU-Förderung schon eine Reihe Informationsdateien in der Sciebo-Cloud abgelegt. Alle drei bieten aber an, für jeden Forscher und jede Forscherin mit einer Idee, einen persönlichen Pfad durch den Förderdschungel zu schlagen, damit eine Forschungsidee nicht am Fehlen der nötigen Finanzmittel scheitern muss. Das Mehr-Augen-Prinzip hilft zugleich, möglichen Antragsfehlern vorzubeugen. Das spart Arbeit und erhöht die Erfolgsaussichten. Stefan Maas: „Am liebsten ist es uns, wenn wir als Sparringspartner der Forscher betrachtet werden. Im gegenseitigen Wechsel finden wir gemeinsam die antragsförderlichste Form.“ Und ein paar Geheimtipps für den erfolgreichen Antrag haben die drei darüber hinaus. Aber die können an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden.

Bei EU-Förderanträgen ist alles eine Nummer größer und international elektronischer, gibt Cristina Quintana-Jordán zu bedenken. Das sollte Forscher mit einer guten Idee aber nicht ausbremsen, denn noch sind im Forschungsförderprogramm Horizont 2020 30 Milliarden (!) Euro zu verteilen. In welchen inhaltlichen Themenfeldern Forschungsförderanträge dabei Aussicht auf Erfolg haben, kann man im Teilnehmerportal der EU auch auf Deutsch sehen: www.horizont2020.de/einstieg-foerderbereiche.htm. Vieles läuft bei der EU aber auf Englisch. Vorteil bei EU-Förderprogrammen: Viele werden sehr frühzeitig veröffentlicht, sodass Forscher ihre Ideen dort einbringen können. Schon jetzt gibt es etwa Informationen zum geplanten Folgeförderprojekt, das von 2020 bis 2027 laufen soll und den Namen „Horizont Europa“ bekommen soll. Wer die EU-Förderung von der anderen Seite aus kennenlernen will, so der Tipp von Cristina Quintana-Jordán, kann sich als EU-Gutachter für die Ideen anderer Forscher bewerben. Derjenige kommt dann in eine Datenbank, aus der die potenziellen Gutachter je nach Thema ausgewählt werden. Auch ohne eigenen Antrag auf Forschungsförderung.

Allen drei Forschungsförderern an der Westfälischen Hochschule  ist es wichtig, dass Antragsteller sich möglichst früh mit ihrer Idee melden. Denn alles braucht Zeit, auch der erfolgreiche Förderantrag. Und das Schlimmste wäre, wenn am Ende der Antrag wegen Postlaufzeiten oder Überlastung elektronischer Systeme nicht rechtzeitig beim Förderer eingeht. Dann war alle Arbeit vergeblich. Aber Datum und Uhr sind unerbittlich, wenn’s ums Geld geht.

Die nächste Veranstaltung zu erfolgreichen Förderanträgen ist am Nachmittag des 8. Januars in der Hochschulabteilung Bocholt.