Projektstart „Power2Metal“

Auftaktveranstaltung „Power2Metal“ an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, v.l.n.r: Der Parlamentarische Staatssekretär Oliver Wittke (MdB), Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Lars Baumgürtel, Geschäftsführer des Gelsenkirchener Unternehmens „ZINQ Technologie“, der Vorstandsvorsitzende von Gelsenwasser, Henning Deters, Prof. Dr. Michael Brodmann, Direktor des Westfälischen Energieinstitutes, Bernhard Albers, Leiter Energie- und Messtechnik bei Gelsenwasser, und Geschäftsführer Jens te Kaat von Küppers Solutions. Foto WH/MV

Ende Januar startete eine Gelsenkirchener Kooperation für moderne Energieversorgung in der Metallindustrie. Das Ziel des Zusammenschlusses: Wasserstoff- und Brenner-Technik weiterentwickeln, um dadurch klimaschädliches Kohlendioxid zu reduzieren und weitgehend zu vermeiden.

Ziel des Projekts „Power2Metal“ ist es, die Chancen für komplementäre Energiesysteme auf Wasserstoffbasis für die energieintensive, mittelständisch geprägte Metallveredelung in Deutschland auszuloten und dann pilothaft in Gelsenkirchen in einem bestehenden Produktionsprozess zu erschließen.

Der bisherige Energieträger für die Prozesswärme in der Metallveredlung ist Erdgas. Aber um Kohlendioxid (CO2) in größerem Umfang einzusparen, soll das Erdgas zukünftig schrittweise und weitgehend durch Wasserstoff ersetzt werden. Wasserstoff kann bei der Umwandlung von überschüssigem, regenerativ erzeugtem Strom durch Elektrolyse entstehen und gespeichert werden. Das brennbare Gas kann zwar später wieder verstromt werden, aber es wäre weitaus effizienter, den Wasserstoff direkt als Ersatz für Erdgas in bestehenden Wärmeprozessen einzusetzen.

Die Anpassung dieser Prozesse beispielsweise im Bereich der Brennersteuerung ist in einem Metallverarbeitungsbetrieb – wie auch in anderen Industriezweigen – eine Herausforderung. Daher muss in einer Studie zunächst erforscht werden, wie die Prozesse mit veränderten Gaszusammensetzungen stabil und störungsfrei laufen können. Dabei wird auch untersucht, wie groß die energie- und volkswirtschaftlichen sowie die CO2-Einsparpotenziale bei unterschiedlichen Verfahren der Metallveredlung in verschiedenen Übergangsszenarien sind.

In einem anschließenden Pilotprojekt soll dann in Gelsenkirchen eine alternative Versorgung, Speicherung und CO2-arme Verbrennung am Beispiel der Feuerverzinkung demonstriert werden. Mit dieser „Power2Metal-Pilotanlage“ werden im realen Betrieb weitere Erkenntnisse und Messdaten gewonnen. Diese bilden dann auch den Ausgangspunkt für zukünftige Geschäftsmodelle der deutschen Energiewirtschaft. In einer ersten Auftaktveranstaltung stellten die Projektpartner Oliver Wittke (MdB), parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, die Kooperation Ende Januar an der Westfälischen Hochschule vor. „Um eine größere Unabhängigkeit vom fossilen Energieträger Erdgas zu erreichen und um CO2-Emissionen zu vermeiden, benötigen wir in der Industrie eine intensive und technologieoffene Forschung und Entwicklung. Ich freue mich, dass dieses spannende Projekt in Gelsenkirchen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Metallindustrie diesen Weg beschreitet. Hier besteht ein großes Potenzial, Arbeitsplätze am Standort zu sichern und vor allem für den Mittelstand relevante Verfahren der energieintensiven Metallveredelung zu modernisieren“, beschreibt Wittke seinen ersten Eindruck von dem Forschungsvorhaben, für das die Projektpartner auch beim Bundeswirtschaftsministerium einen Förderantrag einreichen werden.      (Gelsenwasser AG)