Navigation im digitalen Gebäudezwilling

Das Projekt „3-D-Mapping“ an der Westfälischen Hochschule hilft bei der Navigation in Gebäuden. Foto: WH/Michelle Lehmann

Das Navigieren mithilfe eines Navigationssystems gehört inzwischen zum Standard. Allerdings sind die gebräuchlichen Systeme auf die Navigation im Straßenverkehr beschränkt. Das Projekt 3-D-Mapping füllt diese Lücke für die Navigation innerhalb von Gebäuden mit einem digitalen Zwilling für unterschiedliche Gebäudebewirtschaftungsprozesse. Und es füllt diese Lücke speziell für die Emscher-Lippe-Region, wo solche Modelle noch fehlten, so Projektleiter Prof. Dr. Markus Thomzik. Deshalb will die Westfälische Hochschule direkt erste Anwendungen mit unterschiedlichen Akteuren in der Emscher-Lippe-Region erarbeiten.

Im Projekt „3-D-Mapping“ der Westfälischen Hochschule werden zunächst bestehende Techniken zur Aufnahme und Veranschaulichung untersucht, um deren allgemeines Technikpotenzial zu erforschen. Mit der sich anschließenden dreidimensionalen Abbildung des Gebäudes können sich zahlreiche Nutzenpotenziale und Effizienzsteigerungen ergeben: So können digitale Raumbücher bei der Planung von Brandschutzübungen, die Steuerung von Wartungsarbeiten oder die Planung von Umbauten und Sanierungsarbeiten unterstützt werden. Zudem können mit der virtuellen Begehung Interessenten von Gewerbeflächen einen ersten Eindruck bekommen. Vielfach werden solche Innovationen jedoch ohne die Einbindung der Nutzer vollzogen. Das Projekt 3-D-Mapping will daher auch Nutzeranforderungen sowie organisatorische und technische Umsetzungshürden untersuchen. Geplant ist, das 3-D-Mapping beispielhaft auch an der Westfälischen Hochschule umzusetzen, um etwa Studierenden, Studieninteressierten und Verantwortlichen in der Gebäudebewirtschaftung ein virtuelles Navigieren durch die Gebäude zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen in der Emscher-Lippe-Region Umsetzungspartnerschaften angebahnt werden.

Das Vorhaben ist Teil des Verbundprojekts „connect-emscherlippe/smart“, welches sich in neun Teilprojekte und vier Aktionsformate gliedert. Dabei sollen in der Emscher-Lippe-Region digitale Innovationen und Technologietransfer gefördert, der Aufbau von strategischen Netzwerken angeschoben und Verbindungen zwischen Unternehmen und Fachinteressierten geschaffen werden. Das Verbundprojekt wird bis 2021 vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie gefördert. (Alexander Schweizer/Barbara Laaser)