Migration und Arbeit

David, Alexandra; Evans, Michaela ; Hamburg, Ileana; Terstriep, Judith (Hrsg.): Migration und Arbeit. Herausforderungen, Problemlagen und Gestaltungsinstrumente. Leverkusen 2019: Budrich. ISBN: 978-3-8474-2161-0, https://shop.budrich-academic.de/produkt/migration-und-arbeit

Eine aktuelle Publikation aus dem Institut „Arbeit und Technik“.

(CB) Obwohl Deutschlands wirtschaftliche Lage stabil ist, die Beschäftigungszahlen seit Jahren steigen und einige Branchen händeringend nach qualifiziertem Personal suchen, schreitet die Arbeitsmarktintegration von Fluchtmigrantinnen und -migranten immer noch langsamer voran, als gewünscht. Bei den EU-Binnenmigrantinnen und -migranten scheint das besser zu funktionieren; insgesamt gehen aber auch diese Migrationsströme mit einem „brain waste“ einher, der sich unter anderem in prekären Beschäftigungsverhältnissen und einer Entwertung beruflich erworbener Qualifikationen und Kompetenzen zeigt. Den Zusammenhang von Migration und Arbeit thematisiert ein aktuelles Buch aus dem Institut „Arbeit und Technik“ (IAT).

Die Herausgeberinnen Alexandra David, Michaela Evans, Ileana Hamburg und Judith Terstriep haben die jüngsten Migrationsbewegungen zum Anlass genommen, das Thema „Migration und Arbeit“ aus interdisziplinärer Perspektive hinsichtlich bekannter und neuer Herausforderungen, Problemlagen, Chancen und Möglichkeiten zu reflektieren sowie zukunftsorientierte Gestaltungsempfehlungen abzuleiten. Mit Blick auf die Entwicklung in Deutschland stellt der Sammelband die wichtige Bedeutung von Arbeit für die gesellschaftliche Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten heraus. Zudem werden die Barrieren aufgezeigt, mit denen sich Zugewanderte in Deutschland konfrontiert sehen und mit denen der früheren Migrationsgenerationen verglichen. Das Buch richtet sich an Interessierte aus der sozialwissenschaftlichen Forschung und der mit Migration befassten Praxis.

Das Spektrum der Beiträge ist weit gefächert: Nach einem allgemeinen Überblick zur Flüchtlingsbewegung der Jahre 2015/16 nach Deutschland wird angelehnt an Ergebnisse aus dem am IAT bearbeiteten Forschungsprojekt „SELMA“ anhand der Felder Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk gezeigt, wie Gestaltungsspielräume und -chancen gelingender Integrationsprozesse branchen- und berufsspezifisch determiniert werden. Weiter geht es unter anderem um die Integrationsfähigkeit des deutschen Bildungs- und Erwerbssystems, Praxisberichte vom „steinigen Weg zur beruflichen Integration“ und „Arbeit als Steuerungsinstrument der Asylpolitik“, „Migrantisches Unternehmertum als regionaler Wirtschaftsfaktor“ am Beispiel von Hamburg, die Arbeit im Friseurhandwerk „Erfolgreich in einer prekären Branche?“, Erfahrungen und Unterstützungsmaßnahmen bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, neue Formen der Arbeitsmarktintegration, digitale Bildungsprogramme als Schlüssel und den „Brexit und seine Folgen für die europäische Migration“.