Leben und Arbeit zurück in die Stadt

Projektstart am Institut ,Arbeit und Technik': Florian Artmann, Falko Kupsch, Dominik Heers, Stefan Gärtner, Martina Brandt, Denis Wilkowski, Lena Malec, Daniel Dangel, Marcel Schonlau, Jan Bunse, Heike Schröder, Kerstin Meyer, Sarah Wettig (v.l.). Foto: IAT/Stefan Meyer

IAT startet Projekt zur „Urbanen Produktion“.

(CB) Die Renaissance der Stadt als Wohn- und Arbeitsstandort steht im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes, das am Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) startet. Immer mehr Menschen wünschen sich lokale, ökologisch und nachhaltig produzierte Produkte, Technik eröffnet neue Produktionsmöglichkeiten und das Interesse an der aktiven Mitgestaltung des städtischen Lebens steigt. Diese Trends eröffnen Chancen insbesondere für im Strukturwandel abgehängte Quartiere: Leergefallene Gebäude und Brachen können wieder produktiv genutzt, ungedeckter Bedarf bedient und neue lokale Wertschöpfungsketten in Gang gesetzt werden. Gleichzeitig können neue Arbeitsplätze im Quartier entstehen.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt soll in den nächsten drei Jahren untersuchen, wie „Urbane Produktion“ funktioniert und welche ökonomischen, sozialen und ökologischen Wirkungen erwartet werden können. Das IAT arbeitet in dem interdisziplinären Forschungsvorhaben zusammen mit der Stadt Bochum, dem „InWIS“ (Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft und Stadt- und Regionalentwicklung) und dem Verein „Die Urbanisten“ (Dortmund).

Die Forscher untersuchen die ökonomischen, räumlichen, rechtlichen, technischen und sozialen Kontextfaktoren urbaner Produktion und mögliche Wechselwirkungen. Ferner sollen verschiedene Finanzierungs- und Betreibermodelle auf ihre Eignung überprüft und die Rolle der Immobilienwirtschaft und der Kommune beleuchtet werden. In der experimentellen Phase werden in zwei Quartieren der Stadt Bochum „Reallabore“ im Sinne einer urbanen Produktion beispielhaft umgesetzt. Hier sollen die Forschungsergebnisse auf Praxistauglichkeit geprüft und analysiert werden, wie Nutzungskonflikte überwunden, langfristiges Engagement etabliert und die Zivilgesellschaft einbezogen werden kann.