Integration von Flüchtlingen in die und in der Arbeitswelt

Offizielle Übergabe des Förderbescheids. V.l.n.r.: OB Frank Baranowski, Prof. Dr. Stefan Goch (ISG), Dr. Rüdiger Klatt (FIAP), Ministerin Svenja Schulze, Prof. Dr. Josef Hilbert (IAT), Prof. Dr. Bernd Kriegesmann (WH). Foto: Stefan Meyer/IAT

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze besuchte zum Start des Projekts „SELMA“ das Institut „Arbeit und Technik“ (IAT).

(CB) „Wie kann erfolgreiche Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingen?“ Mit diesem Projektauftrag startete im März am Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) das Vorhaben „SELMA“. Selma steht für „Selektivität und Mehrdeutigkeit in Arbeitskulturen: Ressourcen- und potenzialorientierte Gestaltung der Arbeitswelt für Flüchtlinge in den Branchen Altenpflege, IT-Wirtschaft und Bauhandwerk“. Ziel des Projekts ist es, die Potenziale von Flüchtlingen für Betriebe zu nutzen und Flüchtlinge auf diese Weise besser zu integrieren und am Arbeitsplatz zu halten. Das Land stellt für Selma bis 2018 mehr als 400.000 Euro bereit.

Verbundpartner des Projekts sind neben dem IAT das FIAP (Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention e. V.) sowie das ISG (Institut für Stadtgeschichte). Die Branchenfelder Altenpflege, Bauhandwerk und IT- Wirtschaft sind bereits heute in Nordrhein-Westfalen für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten von hoher Bedeutung. Das Projekt setzt hier an und erforscht, wie Prozesse der Einmündung in betriebliche Arbeitswelten in den drei Branchen verlaufen und sich Perspektiven am Arbeitsplatz entwickeln. Zudem wird untersucht, welche Einflussfaktoren die Arbeitsmarktintegration erschweren bzw. erleichtern. Im Ergebnis sollen Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Interessenvertretungen formuliert werden.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hob hervor, dass der keltische Frauenname Selma für „schöne Aussicht“ der passende Titel für ein Projekt sei, das darauf zielt, geflüchteten Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt und in unserer Gesellschaft zu geben. „Hier verbinden sich die besonderen Stärken NRWs in den Bereichen Integration und Arbeit.“ Dass sich drei wissenschaftliche Institute im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben und ihre Kompetenzen bündeln, mache die Besonderheit von Selma aus: „Sie sitzen in ihrem Forschungsfeld mittendrin in der Praxis und können uns wertvolle Impulse geben“.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski betonte aus der langen Erfahrung mit der Aufnahme von Migranten und Geflüchteten: „Nichts ist ihnen so wichtig wie Arbeit. Arbeit kann einer der stärksten Integrationsmotoren sein!“ Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, wies auf die Mehrfach-Herausforderung hin: „Es geht nicht nur um die Integration, sondern auch eine Arbeitswelt, die sich mit Digitalisierung und Industrie 4.0 gerade neu erfindet.“ Um hier Potenziale zu entdecken, müsse man die Lebenskontexte der Neuankömmlinge besser verstehen – wie auch das erfolgreiche Talentscouting an der Westfälischen Hochschule zeige.

Selma soll nicht allein wissenschaftliche Ergebnisse produzieren und publizieren, sondern vor allem praktische Erkenntnisse für die Arbeit vor Ort liefern. IAT-Direktor Prof. Dr. Josef Hilbert band deshalb die Gäste der Auftaktveranstaltung aus Arbeitsverwaltung, Wirtschaft, Kammern, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden in die Diskussion mit ein: „Wir brauchen Sie, Ihre Erfahrungen und ihre Zugänge zu den Zielgruppen. Bringen Sie sich mit ein!“