Neue Impulse in der regionalen Industriepolitik

Jürgen Nordhause-Janz (l.) und Dieter Rehfeld untersuchten gewerkschaftliche Initiativen in der Region. Fotos: IAT

Eine aktuelle IAT-Publikation untersucht gewerkschaftliche Initiativen in der Region.

(CB) Kein anderer regionaler Akteur hat, neben den Unternehmensleitungen, so viel Wissen über das, was in den Betrieben läuft und ansteht, wie die Gewerkschaften. Die Gewerkschaften sind damit wesentliche Treiber regionaler industriepolitischer Initiativen. Unter dem Titel „Neue Impulse in der regionalen Industriepolitik“ schildert eine aktuelle Publikation aus dem Institut „Arbeit und Technik“ (IAT) jüngste Erfahrungen und künftige Perspektiven auf dem Politikfeld aus arbeitspolitischer Sicht.
Von den Gewerkschaften initiierte und umgesetzte regionale industriepolitische Initiativen haben eine lange Tradition. In den Jahren nach der Wirtschaftskrise 2008/9 entfalteten sie aber eine neue Dynamik, stellen die Autoren Dr. Dieter Rehfeld und Jürgen Nordhause-Janz fest. Ausgehend von einem Rückblick auf regionale industriepolitische Initiativen in den 1980er und 1990er Jahren und der aktuellen wissenschaftlichen und politischen Debatte um Industriepolitik liefert das Buch zunächst eine umfassende und durch Fallstudien vertiefte Bestandsaufnahme derartiger arbeitsorientierter regionaler Initiativen.

Die Studie untersucht dann Handlungsfelder zwischen Alltagsgeschäft und Zukunftsgestaltung: Worum geht es in der Region? Neben den alltäglichen Aktivitäten im Rahmen regionaler Gremien – wie Standort-, Beschäftigungs- und Fachkräftesicherung – stehen strukturpolitische Entwicklungskonzepte, innovationspolitische Initiativen und Strategien zur Umsetzung der Energiewende, Elektromobilität und Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Bestimmungsfaktoren gewerkschaftlichen industriepolitischen Handelns auf regionaler Ebene werden herausgearbeitet und in Form einer Stärken-Schwächen-Analyse zusammengefasst.

Die Basis regionaler Industriepolitik liegt in den Interessen, dem Wissen und der Mobilisierungsfähigkeit der Beschäftigten. „Regionale Industriepolitik weist aber auch immer über den Betrieb und die Branche hinaus“, so eine der Thesen. Sie hat die Lebenslagen der Menschen in der Arbeit und im Leben in der Region zum Bezugspunkt. „Von daher ist regionale Industriepolitik, wo immer möglich, in eine umfassende strukturpolitische Perspektive einzubinden“, fordern die Autoren.

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