Am erfolgreichsten: das Vorbild der Fischeier

Die Gruppe „constructor“ aus dem Studiengang Bionik an der Westfälischen Hochschule in Bocholt konnte in diesem Semester den Projektwettbewerb um neue Produktideen für sich entscheiden. Sie entwickelten nach dem Vorbild der Oberfläche von Fischeiern Stifte, die reversibel aneinander haften. Von links nach rechts: Mehrab Nasrabadi, Fiona Hartung, Aaron Cappallo, Sophie Dagenbach, Julius Götting. Foto: WH/Michael Bennemann

Wenn demnächst Zeichenstifte aneinander haften, wenn sich die Strichbreite der Stifte stufenlos verändern lässt und das Radiergummi nie wieder rundradiert ist, sondern immer eine saubere Kante hat, mit der sich auch Details präzise radieren lassen, dann vielleicht, weil Bionik-Studierende der Abteilung Bocholt der Westfälischen Hochschule im gerade auslaufenden Wintersemester die Projektaufgabe bekommen hatten, Schreibtischprodukte neu zu erfinden und dabei Vorbilder aus der Natur zu nutzen.

(BL) Die „Manpower“, zu der selbstverständlich auch Frauen gehörten, war schon ziemlich groß: 41 Bionik-Studierende, verteilt auf acht Gruppen haben vier Monate daran getüftelt. Ihre Aufgabe: Innovative Produkte für den Schreibtisch zu finden und dabei nicht nur Ideen zu entwickeln, sondern sie auch sofort mit Säge, Feile, Bohrer, CAD-Rechner und 3-D-Drucker zu Funktionsmustern werden zu lassen. Mitte Januar wurde es dann ernst. Vor rund 200 Gästen – Studierende, Lehrende, Unternehmensvertreter, Freunde und Familienangehörige – präsentierten sie im größten Hörsaal an der Bocholter Abteilung der Westfälischen Hochschule ihre Ergebnisse. Darunter der Radierer, der sich nicht mehr zurundet. Abgekuckt haben die Studierenden das von den sich selbst nachschärfenden Zähnen von Nagetieren. Der bunte Röhrenweihnachtsbaumwurm war mit seinen spiralig beweglichen Tentakelkronen das Vorbild für einen Stift, dessen Strichbreite sich stufenlos verändern lässt. Und schließlich der Publikumssieger des Tages: Die Gruppe „constructor“ mit den Studierenden Aaron Cappallo, Sophie Dagenbach, Julius Götting, Fiona Hartung und Mehrab Nasrabadi haben nach dem Vorbild der Oberfläche von Fischeiern eine Oberfläche für Stifte entwickelt, sodass diese reversibel aneinander, aber nicht auf dem Schreibtisch haften. Kein Durcheinander mehr, kein Bücken nach runtergerollten Stiften. Als Sieger erhielten sie ein Preisgeld von 500 Euro, gestiftet von der Otto-Spaleck-Stiftung für innovative Technologien.

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