Chicago schweißt

Die Skyline von Chicago ist weltberühmt. Bei kaltem Novemberwetter konnte Markus Magda sie als Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen, für viel Tourismus neben Konferenz und Messe blieb ihm aber keine Zeit. Foto: Markus Magda

Markus Magda, Master-Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Gelsenkirchener Fachbereich Maschinenbau, Umwelt- und Gebäudetechnik, stellte in Chicago während der fünften internationalen Elektronenstrahlschweißkonferenz den Forschungsbeitrag der Westfälischen Hochschule zum „Elektronenstrahlschweißen in Zeitlupe“ einem internationalen Fachpublikum vor. Die Konferenz tagt im zweijährigen Wechsel in Deutschland und den USA und wird von drei Verbänden veranstaltet: der „American Welding Society“, dem „Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren“ sowie von dem weltweiten Dachverband „International Institute of Welding“. 2019 war die Konferenz eingebettet in die „Fabtech“, einer US-Fachmesse für Metallverarbeitung. Die Fabtech ist eine der größten Fachmessen ihrer Art in Nordamerika und zeigt Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Metallbearbeitung, Herstellung von Rohren sowie Schweißtechnik und -technologie.

(BL) Das Elektronenstrahlschweißen sei der breiten Öffentlichkeit noch kaum bekannt, gegenüber dem Laserstrahl-Schweißen werde es noch als Nischentechnologie angesehen, so Prof. Dr. Rainer Sievers, der Magda von Deutschland aus für seinen Vortrag und die Teilnahme an Messe und Konferenz digital begleitete. Dabei könne sie sehr viele Bauteile präzise verbinden. Inhaltlich bezog sich der Beitrag von Markus Magda auf die im Schweißlabor der Westfälischen Hochschule mit einer Hochgeschwindigkeitskamera durchgeführten Prozessanalysen zum Elektronenstrahlschweißen (Trikon berichtete unter anderem in Ausgabe 5/2017). „Die Hochgeschwindigkeitskamera lässt den Schweißvorgang in extremer Zeitlupe beobachten“, so Magda. „Dadurch konnten wir erforschen, wie turbulent der Schweißvorgang oftmals statfindet. Das ist in Echtzeit nicht möglich.“ Ziel ist es, den Schweißvorgang besser zu verstehen und eventuell so zu steuern, dass das turbulente und damit schwer kontrollierbare Fließen der Werkstoffe an der Schweißstelle auf einen laminaren Prozess reduziert wird: „Das beugt Fehlern vor und lässt auf Anwendungen mit anderen, neuen Werkstoffverbindungen hoffen“, so Sievers und Magda.

Wie hoch das Interesse weltweit an dieser Art der Untersuchungsmethodik ist, merkte Markus Magda an den vielen Angeboten zur wissenschaftlichen Kooperation, sowohl von deutschen als auch von internationalen Forschungsstellen wie etwa dem Cern, der europäischen Organisation für Kernforschung in der Schweiz, oder dem „Los Alamos National Laboratory“ in den USA, das Grundlagenforschung auf den Gebieten Physik, Chemie, Biologie und Mathematik betreibt. Außerdem knüpfte Markus Magda auf Konferenz und Messe Kontakte zu möglichen späteren Arbeitgebern in Wissenschaft und Wirtschaft. Davor setzt die Prüfungsordnung aber noch den Abschluss seines Master-Studiums, das er in etwa zwei Semestern beendet haben will. Finanziert hat die Reise die Dobeneck-Technologie-Stiftung in Planegg bei München, die Projekte unterstützt, deren Ziel es ist, wissenschaftlich-technologische Erkenntnisse, die an Forschungseinrichtungen erarbeitet wurden, so zu fördern, dass eine schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in Fertigungstechnologie erreicht und damit eine rasche Nutzung durch die Wirtschaft ermöglicht wird.

Viel Zeit blieb Magda neben der Konferenz in Chicago nicht. Die Zeit reichte aber doch zum Besuch des Adler-Planetariums und des Shedd-Aquariums – zwei berühmten Einrichtungen der Stadt zu den Naturwissenschaften – und für ein paar Fotos von der spektakulären Skyline der Stadt am Michigan-See in Nordamerika.

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