Förderung für Solarforschung

Der neu erworbene LED-Sonnensimulator erlaubt Prof. Dr. Andreas Schneider (r.) und Mitarbeiter Thomas Nierhoff (l.) die systematische Fehlerüberprüfung an den auf dem Hochschuldach installierten, technisch unterschiedlichen Solarmodulen. Foto: WH/BL

Mit dem Förderprogramm „FH Basis“ stärkt die Landesregierung NRW anwendungsorientierte Forschung. Zentrales Ziel des Programms ist es, neuberufene Professorinnen und Professoren beim Auf- und Ausbau ihrer Forschungstätigkeit und der Einwerbung weiterer Drittmittel zu unterstützen. In der aktuellen Förderrunde wurden 30 von 53 Projektanträgen aus 17 Hochschulen für eine Förderung ausgewählt. Dafür gehen 1,8 Millionen Euro an die Fachhochschulen des Landes. Die Westfälische Hochschule erhält davon rund 67.000 Euro für das Forschungsvorhaben „Verbesserung existierender Charakterisierungsmethoden zur frühzeitigen Defekterkennung von installierten Fotovoltaik-Modulen unter Zuhilfenahme eines LED-basierten Sonnenlichtsimulators“.

(BL) Klingt kompliziert und ist auch nicht einfach. Prof. Dr. Andreas Schneider von der Gelsenkirchener Abteilung Elektrotechnik erklärt die Ausgangslage: „Silizium ist ein hochsprödes Material, das bei der Herstellung von Solarzellen starken mechanischen und thermischen Belastungen ausgesetzt ist.“ Dadurch kommt es zu Mikrorissen, die anfänglich noch verschlossen sind und nicht elektrisch oder optisch gefunden werden können. Im Laufe der Zeit wachsen die Risse und das führt zu Leistungs- und damit zu Ertragsminderungen, die mit üblichen Messmethoden erst nach drei bis fünf Jahren nachweisbar sind. Abhilfe ist nicht leicht zu haben, da bessere, hochgenaue Vermessungseinrichtungen in der Regel nicht in der Nähe der Solarmodule vorkommen, die Leistungsminderung schleichend ist und ein zuverlässiger Nachweis meist noch weitere Messmethoden braucht wie Infrarot-Thermografie oder Elektrolumineszenz.

Schneider wird von den 67.000 Euro Fördergeld vom Land und 8.000 Euro Eigenmitteln der Westfälischen Hochschule einen LED-basierten Sonnensimulator anschaffen und für den Standardtest von Solarmodulen verwenden. Der Sonnensimulator soll über einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren für die Untersuchung der Fotovoltaik-Module auf dem Dach der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen Verwendung finden.

Das teure neue Gerät soll aber nicht nur von Prof. Dr. Andreas Schneider genutzt werden, sondern steht auch anderen Professoren für Forschungsaktivitäten zur Verfügung sowie dem Westfälischen Energieinstitut und anderen Arbeitsgruppen mit Forschungsschwerpunkten in der solaren Energiegewinnung.

Außerdem haben das ISC Konstanz (International Solar Energy Research Center), das Institut für Energiesystemtechnik der Hochschule Offenburg, die ZHAW (Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften) und das PCCL (Polymer Competence Center Leoben) in Österreich Interesse an kooperativen Forschungsarbeiten angemeldet.

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