Von der Idee zur Praxis

Den ersten Preis für die beste Master-Projektarbeit und eine Prämie über 250 Euro erhielt das Team „UAV II, Einsatz von KI im Gefahrenbereich“ aus Tiffany Kaiser, Gerhard Senkowski, Marc Thurow, Dominik Slomma und Artur Leinweber (v.l.). Drohnen werden heute schon in vielen Bereichen eingesetzt. Selbststeuernde und lernende Drohnen sind aufgrund der hohen zu verarbeitenden Datenmenge noch in der Entwicklung. Das Team konzentrierte sich auf einen Einsatz in Gefahrensituationen. Etwa, wenn sich eine Person bewusstlos in einem kontaminierten Bereich befindet. Durch die von ihnen entwickelte Software, Lernverfahren und entsprechende Sensoren kann ihre Drohne selbstständig diesen Bereich erkunden sowie gefährdete Personen aufspüren, Hindernissen oder Gegenständen ausweichen (wie etwa einer Trinkflasche, die das System als solche erkennt), Warnhinweise zuordnen und so ein Bild der Lage zur Rettung liefern. Foto: WH/MV

Das Format „Show & Tell“ der Gelsenkirchener Fachgruppe Informatik wurde Anfang Februar im Foyer der Westfälischen Hochschule, Bauteil A, zum dritten Male präsentiert. Bachelor- und Master-Studierende verschiedener Fachrichtungen zeigten dort ihre Semester-Gruppenarbeiten. „Show & Tell“ soll auch in den kommenden Jahren jeweils am Ende der Prüfungsphase des Wintersemesters stattfinden. Die Projektteams hatten zudem die Chance wieder mit Publikumspreisen ausgezeichnet zu werden, die die IT-Firma Capgemini sponserte.

(MV) Es waren zwar schon viele präsentierende Studierende und Neugierige zur dritten Auflage von „Show & Tell“ gekommen, doch die Informatikprofessorin Dr. Ulrike Griefahn will noch deutlich mehr motivieren: „Wir wollen alle sehen. Wir haben hier an die tausend Informatik-Studierende. Da geht noch mehr“, wünschte sich Griefahn abschließend, als sie die Studierenden und Gäste nach erfolgreicher Preisverleihung verabschiedete.

„‚Show & Tell‘ ist in seiner dritten Auflage wieder ein Stückchen erwachsener geworden“, stellte Prof. Dr. Jens Gerken fest. Gerken gehört wie Griefahn zum Organisationsteam und betreute auch Software-Projekte: „Wir haben das Format noch kurzweiliger getaktet. Im Anschluss an die Präsentationen und Preisverleihungen gibt es noch drei Praxisvorträge. So sehen und hören unsere Studierenden, wie die Anforderungen ‚draußen‘ in den Unternehmen sind“, berichtet Gerken. 17 Teams „zeigten und erklärten“ ihre Ideen und Projekte. Dabei waren auch gemischte Teams aus Bachelor- und Master-Studierenden.

Das Bachelor-Projekt „InfoStructure VR“ befasste sich beispielsweise mit einem Thema, das studiengangs- und fachbereichsübergreifend entwickelt wurde. Die Studierendengruppe verarbeitete dreidimensionale Daten der Gebäudetechnik, die ihnen Prof. Dr. Christian Fieberg zur Verfügung stellte. In der Gebäudetechnik bezeichnet man diese Methode als „Building Information Modeling“, kurz BIM genannt. Sie bereiteten die 3-D-Daten so auf, dass man durch Nutzung von sogenannten VR-Brillen und entsprechender Software in eine virtuelle Welt eintauchen kann. So wird es möglich, als Architekt, Fachbetrieb oder auch Häuslebauer das Haus schon vorab digital zu sehen und zu erleben. Man kann durch die Räume wandeln, Wände ein- und ausblenden und auch die installierte Haustechnik sehen. Dies soll Bau-Entscheidungen vereinfachen und die Gewerke besser aufeinander abstimmen, um so Fehler zu vermeiden. Das Projekt zeigte aber auch, dass noch sehr viele Voraussetzungen fehlten, einen digitalen Grundstandard zu haben, sodass alles Hand in Hand gehe und einfach funktioniere, resümierte die Projektgruppe.

Durch Sponsoren – die IT-Firmen „QuinScape“ aus Dortmund und „IOT“ aus Gelsenkirchen – wurden Studierende und Gäste mit Hotdogs und Getränken versorgt. An der Abstimmung für die Auszeichnung der Gruppen beteiligten sich rund 150 Studierende, Professoren und Gäste. Die Geldpreise überreichte den Siegern und zweiten Siegern Benedikt Hengefeld, der bei der IT-Firma Capgemini arbeitet und zudem WH-Absolvent ist. Auf das nach Publikumsmeinung „beste Bachelor-Projekt“ entfielen 28 Stimmen. Der zweite Platz lag mit 25 Stimmen denkbar knapp dahinter. Das „beste Master-Projekt“ lag mit 41 Stimmen deutlicher auf Rang eins als Platz zwei mit 19 Stimmen.

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