Wissenschaft im Einsatz für die Rettung

Überblick über das Hochwasser

Aus der Luft ist das Ausmaß der Flutkatastrophe in Erftstadt-Blessem zu erkennen. Foto: Rhein-Erft-Kreis

Im Auftrag des Deutchen Rettungsrobotik-Zentrums sondierte Prof. Dr. Hartmut Surmann von der Gelsenkirchener Fachgruppe Informatik die Lage nach der Flutkatastrophe im Juli im Rheinland.

(BL) Im Juli lösten Starkregen Überflutungen und zerstörerische Flutwellen im Westen Nordrhein-Westfalens aus. Besonders betroffen war der Ortsteil Blessem in Erftstadt im Rhein-Erftkreis, wo das Wasser der Erft Häuser, Straßen und Land weggespült hat. Genau dorthin eilte Mitte Juli Prof. Dr. Hartmut Surmann gemeinsam mit Master-Student Dominik Slomma, um im Auftrag des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums mit Drohnen Aufklärungsflüge zu unternehmen, Überblickskarten anzufertigen und Keller, Autos und andere Objekte zu kontrollieren. Surmann: „Bevor konkrete Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden können, muss erkundet werden, wie die Lage ist, wie gefährlich die Arbeit für die Helfer ist und wo Hilfsmaßnahmen am besten angesetzt werden. Mit Drohnen aus der Luft ist das für Menschen ungefährlich und beschleunigt zugleich die Hilfe.“ Das betraf neben dem Überblick auch sehr stark die Kontrolle von Kellern oder Autos unterhalb der Abbruchkante, ein Gebiet, in das wegen der Einsturzgefahr zunächst kein Mensch gehen durfte, wo aber zum Zeitpunkt, als Surmann seine Drohnen in die Luft schickte, immer noch acht Menschen vermisst wurden. Auch mit Booten waren diese verschlammten Bereiche nicht zu erreichen. „Während wir für den Überblick große Drohnen verwenden, nutzen wir für die Detailerkundung eher kleine Drohnen. Die lassen wir durch Keller- und Autofenster und selbst durch Mauerrisse kucken, wie die Lage im Inneren ist“, so Surmann. Trotz der schwierigen Flugverhältnisse haben die Retter keine Drohnen verloren. „Im Zweifelsfall würden wir aber eher die Drohne opfern, als die Erkundung abzubrechen“, beschreibt Surmann die Notwendigkeit solcher Erkundungsflüge.

Den Erfolg der Arbeit würdigte in einer Mail einer der Feuerwehrmänner, die vor Ort beteiligt waren. Der Absender von der Aachener Feuerwehr wohnt selbst in Erftstadt. In seiner Mail betont er, dass die Ergebnisse „absolut beeindruckend und hilfreich für die weitere taktische Planung des Vorgehens in dem zerstörten und instabilen Gebiet“ waren. Für Surmann bleibt nach dem anstrengenden Wochenende trotzdem das Fazit: „Es ist schon sehr traurig, wenn man die Zerstörungen sieht.“

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