„RuhrTalente“ erhalten Hochschulperle

Ruhr-Talente bei der Auftaktveranstaltung für neu aufgenommene Stipendiatinnen und Stipendiaten im April 2017. Foto: RuhrTalente

Die Westfälische Hochschule setzt ein Schülerstipendienprogramm um, mit dem leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus weniger privilegierten Familien bis zu ihrem Schulabschluss intensiv gefördert werden. Das Projekt „RuhrTalente“ erhielt vom Stifterverband im Mai die Hochschulperle des Monats.

Das Stipendienprogramm „RuhrTalente“ hilft ganz konkret Lernerfolge zu verbessern und leistungsstarken Schülerinnen und Schülern aus weniger privilegierten Umfeldern neue Perspektiven zu eröffnen. In Workshops und Seminaren lernen „RuhrTalente“ beispielsweise, wie sie sich perfekt präsentieren, und erfahren, wo ihre Stärken, Schwächen und Talente liegen. Politische Exkursionen, kulturelle Veranstaltungen und Blicke hinter die Kulissen von Unternehmen und Hochschulen erweitern den Horizont. Bei Bedarf wird den „RuhrTalenten“ ein Laptop zur Verfügung gestellt und wer ins Ausland möchte, der kann sein Englisch im Rahmen einer Sprachreise in einer der besten Sprachschulen Englands trainieren. All das stärkt das Verantwortungsbewusstsein und gibt den Jungen und Mädchen mehr Selbstvertrauen.

Mit der Hochschulperle zeichnet der „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“ innovative, beispielhafte Projekte aus, die an Hochschulen realisiert werden. „Eine beispielhafte Bildungsarbeit, die es jungen Menschen mit nicht idealen Startbedingungen erlaubt, zu erleben, was alles möglich ist“, lobt die Jury des Stifterverbandes das Programm.

Seit 2016 wurden durch das Programm schon 150 Talente im Ruhrgebiet entdeckt und gefördert. Initiiert wurde das Stipendienprogramm von der Westfälischen Hochschule zusammen mit der RAG-Stiftung und der Stiftung „TalentMetropole Ruhr“. Die RAG-Stiftung mit Sitz in Essen ist zugleich Hauptförderer des Programms, das bis zum Jahr 2020 auf 250 Stipendien wachsen soll. „Diese Fördergelder sind gut angelegt“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr. „Wir öffnen jungen Menschen mit Hilfe der Stipendien Türen, die ihnen sonst verschlossen bleiben würden. Davon profitiert nicht nur der Fachkräfte-Nachwuchs, sondern die gesamte Region.“ „RuhrTalente“ steht für weitere Unterstützer aus Gesellschaft und Wirtschaft offen. Ein Stipendium kann jeder übernehmen, ob Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen. Das Besondere daran ist, dass jeder Euro zu 100 Prozent den Stipendiatinnen und Stipendiaten zugutekommt.

„RuhrTalente“ besuchen mindestens die achte Klasse einer Haupt-, Real- oder Gesamtschule, eines Gymnasiums oder eines Berufskollegs im Ruhrgebiet. Sie wurden von Lehrerinnen und Lehrern oder Talentscouts „entdeckt“, für das Stipendienprogramm empfohlen und in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durch eine unabhängige Expertenjury ausgewählt. Gefördert werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten bis zum Beginn einer Berufsausbildung oder eines Studiums. (Robin Gibas)