Von der Schule auf den Campus

Jonathan Wirtz engagiert sich gerne als Campuslotse und erzählt Schülerinnen und Schülern alles über seinen Studiengang Journalismus und Public Relations am Campus Gelsenkirchen. Foto: MEINE TALENTFÖRDERUNG

Für viele Schülerinnen und Schüler ist der Übergang zum Studium ein großer Schritt, der unbekannte Herausforderungen und Fragen mit sich bringt. Ist das Studium etwas für mich? Gefallen mir die Inhalte und wie sieht überhaupt ein Vorlesungssaal von innen aus? Antworten und erste Einblicke bieten die von den Talentscouts geschulten Campuslotsen der Westfälischen Hochschule. Zusammen mit Studierenden der für sie interessanten Fachrichtung erleben Schülerinnen und Schüler einen Tag in der Hochschule und erhalten Antworten auf brennende Fragen.

Die Westfälische Hochschule (WH) hat als erste Hochschule in Deutschland die Talentförderung in die Grundordnung aufgenommen. Neben Lehre, Studium und Forschung bildet die Talentförderung eine zentrale Aufgabe der Westfälischen Hochschule. Mit dem Programm „MEINE TALENTFÖRDERUNG“ hat die Hochschule 2011 damit begonnen, gerade auch für leistungsorientierte Talente aus weniger privilegierten Familien, Angebote zu entwickeln und zu bündeln, die von der Orientierung auf eine Berufsausbildung oder ein Studium über den Einstieg an die Hochschule bis hin zum Übergang in den Arbeitsmarkt reichen.

Das Programm „Campuslotsen“ gestalten die Talentscouts der WH im Rahmen von „MEINE TALENTFÖRDERUNG“ seit April 2018. Die Campuslotsen sind Studierende der WH. Ehrenamtlich nehmen sie Schülerinnen und Schüler mit in Vorlesungen, machen mit ihnen eine Campusführung, erklären die Zugangsvoraussetzungen und beantworten ihnen alle Fragen rund um ihr Studium. Ziel ist es, so unter anderem Ängste vor dem Studium abzubauen.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sind begeistert von dem individuellen Angebot und dem Austausch

Betreut wird das Programm von Talentscout Pia Boldt, einem von insgesamt fünf Talentscouts an der Westfälischen Hochschule. „Im Talentscouting, vor Ort in unseren 36 Kooperationsschulen, haben wir gemerkt, dass wir den Schülerinnen und Schülern über die Schnupper- und Informationstage hinaus einen umfangreicheren Einblick in die Studienfächer und den Campusalltag geben möchten.“ Das Programm läuft gut an. Knapp 50 Schülerinnen und Schüler nahmen im letzten halben Jahr das Angebot bereits in Anspruch. „Mit den Campuslotsen haben wir ein Programm, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe mit Studierenden austauschen und sich dabei einen Eindruck vom Studium verschaffen können,“ erzählt Pia Boldt.

35 engagierte Campuslotsen bieten Schülerinnen und Schülern echte Einblicke ins Studium und den Studierenden-Alltag und ein erstes Netzwerk vor Ort.

Jonathan Wirtz studiert im dritten Semester Journalismus und Public Relations und ist seit Programmbeginn einer der 35 Campuslotsen. Schon sieben Schülerinnen und Schüler hat er in Vorlesungen, Seminare oder in die Mensa mitgenommen. „Es ist total bewundernswert, dass sich die Schülerinnen und Schüler in dem Alter schon mit dem Studium auseinandersetzen. Ich freue mich umso mehr, ihnen Einblicke zu zeigen und sie ein bisschen auf ihrem Weg zu unterstützen.“

Für den Besuch an der Hochschule sucht Jonathan Wirtz dabei bewusst Tage aus, die den Schülerinnen und Schülern einen umfangreichen Einblick in seinen Studiengang zeigen. Nicht selten kommt es vor, dass die Lotsen und Schülerinnen und Schüler weiterhin Kontakt haben und sich auch beim Wechsel an die Hochschule noch treffen. Es ist besonders für die Schülerinnen und Schüler ein großer Gewinn zu wissen, dass sie bei ihrem Studienstart bereits jemanden an der Hochschule kennen und ihr Lotse sie auch an ihren ersten Tagen auf dem Campus unterstützt.

Auch Philip Lechner wollte studieren und wusste nicht, welcher Studiengang für ihn der richtige ist. „Mir haben die Campuslotsen sehr geholfen, vor allem bezüglich meiner Wahl des Studiengangs.“ Weiter erzählt er, dass es vor dem Projekt schwierig für ihn war einen Durchblick über das Thema Studium, Studiengang und Studentenleben zu bekommen. Alles hautnah und aus erster Hand beantwortet zu bekommen, hat ihm den Einstieg deutlich erleichtert. Heute studiert Philip Lechner Bionik in Bocholt und ist mit seiner Studienwahl sehr zufrieden.

„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Campuslotsen sich mit vollem Eifer engagieren. Sie können die Zweifel und Fragen der Schülerinnen und Schüler gut nachvollziehen und individuell beantworten,“ berichtet Pia Boldt. Für die Zukunft erhofft sie sich, dass die Campuslotsen in allen Studiengängen, vor allem in den MINT-Bereichen, vertreten sind. (Lisa Dlugosch/Lisa Griesmann)