Sport und Studium

(BL) „Plötzlich passte alles zusammen“, so Thomas Szewczyk auf die Frage, wie er nach Gelsenkirchen kam. Denn Thomas Szewczyk hat in den 22 Jahren seines noch jungen Lebens schon einige Wohnorte gehabt. Geboren im polnischen Lubin kam er schon bald mit seinen Eltern nach Deutschland, da die Familie dem Arbeitsplatz des Vaters folgte. Kurz nach der Einschulung ging es für ihn zurück nach Polen, dieses Mal nach Bolesławiec in Niederschlesien, zu Deutsch: Bunzlau. Als Teenager ging Thomas Szewczyk dann wieder nach Deutschland, da er vom deutschen Schulsystem überzeugt war. Da war Szewczyk schon Basketballer mit Leib und Seele und zog für fünf Jahre nach Crailsheim, wo er in einer Gastfamilie lebte, in der zweiten Bundesliga Basketball spielte und das Abitur machte. Nach dem Schulabschluss kam Thomas Szewczyk ins Grübeln: Was tun? Wo Basketball weiterspielen? Was studieren? Ein sportliches Zwischenspiel in Herford mit Studienchancen in Bielefeld, das passte nicht.

Und dann klingelte das Telefon und Schalke-Basketball-Trainer Raphael Wilder war in der Leitung mit dem Angebot, Thomas Szewczyk zu Schalke 04 zu holen. Schalke als Gelsenkirchener Marke ließ bei Szewczyk zugleich die Hochschulglocke läuten: Da gibt es doch die Westfälische Hochschule, sagte er sich. Und es gibt dort den Studiengang Medieninformatik, der ihn sowieso schon länger interessierte. Und „so passte plötzlich alles zusammen“. Gemeinsam mit Freundin und Hund zog Thomas Szewczyk nach Gelsenkirchen-Buer, spielt in Schalke und studiert an der Westfälischen Hochschule.

Der Sport finanziert ihm Studium und Lebensunterhalt. „Das ist nicht üppig“, so Thomas Szewczyk über die Einkünfte auf seinem Girokonto, „geht aber.“ Viel Zeit bleibt nicht: Vier bis fünf Mal pro Woche steht Training auf dem Programm. Die Schalker Basketballmannschaft spielt in der ersten Regionalliga. Einmal pro Woche trainert Szewczyk außerdem die Basketballkinder von Schalke. Und das Studium fordert genauso sein Recht: „Verglichen mit der Schule ist das Studium viel schneller, da muss man dranbleiben und selbstständig arbeiten.“ Aber mit der nötigen Arbeitsdisziplin hat er kein Problem, denn Disziplin kennt der Basketballer aus dem Sport. Also eigentlich eine ideale Kombination: Sport und Studium in Gelsenkirchen.