…bis es funktioniert!

Die Westfälische Hochschule hat Dr. Daniel Kadzimirsz (47) als Professor für „Chemie und chemische Verfahren“ an ihren Standort Recklinghausen berufen. Foto: WH/BL

Die Westfälische Hochschule hat Dr. Daniel Kadzimirsz als Professor für „Chemie, insbesondere chemische Verfahren“ an den Hochschulstandort Recklinghausen berufen. Die „chemischen Verfahren“ erhalten damit erstmalig ein eigenes Lehrgebiet an der Hochschule, womit die Hochschule zeigen will, wie wichtig diese Verfahren für die Berufspraxis ihrer Absolventen in Chemie sind.

(BL) Stellen Sie sich vor, jemand findet einen guten Stoff in der Natur und möchte ihn für die Menschheit nutzbar machen. Beispielsweise Insulin für Diabetiker. Oder Östrogen für die Antibabypille. Oder Penizillin gegen Infektionskrankheiten. Dann nutzt das Wissen um die Wirksamkeit allein noch nicht bei der großflächigen Verwendung in der Bevölkerung. Solche Stoffe müssen dann industriell verfügbar gemacht werden, was häufig bedeutet, dass Chemiker sie nachbauen und Verfahren finden, sie in großen Mengen zu produzieren. Das sind „chemische Verfahren“. Ein Spezialist für chemische Verfahren hat jetzt gerade als Professor an der Hochschulabteilung Recklinghausen der Westfälischen Hochschule im Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften angefangen: Dr. Daniel Kadzimirsz (47). Dass er weiß, wie es geht, hat er in vielen Jahren Industriepraxis bewiesen: bei Oxea in Oberhausen, bei Lanxess in Dormagen, bei Siemens in Frankfurt-Hoechst, bei CPC-Systems in Frankfurt-Fechenheim, einem Unternehmen für Mikroreaktionstechnik. „Und wenn ein Verfahren nicht funktioniert, macht man es noch mal und variiert so lange, bis es funktioniert“, sagt Kadzimirsz seinen Studierenden Lernstrecken voraus, die es unbedingt ans Ziel bringen werden. Er selbst hat beispielsweise bei seiner Doktorarbeit an den Universitäten Duisburg-Essen und Bochum so lange experimentiert, bis er ganz bestimmte Kohlenstoffverbindungen zusammengebraut hatte. „Das war eine Dienstleistung als Arbeitserleichterung für die Umweltanalytik“, so Kadzimirsz‘ Kommentar zu dieser Arbeit. Viele andere Publikationen folgten, die jetzt zum Teil Lehrstoff für die Recklinghäuser Chemie-Studierenden werden.

Die Forschung und die Entwicklung neuer chemischer Verfahren will Prof. Dr. Daniel Kadzimirsz zukünftig an der Westfälischen Hochschule fortsetzen. Dazu streckt er seine Industriefühler in die produzierende Chemie Deutschlands aus und will seine Studierenden daran mit Teilaufgaben beschäftigen, etwa als Abschlussarbeit für den Bachelor-Grad und den Master-Grad. Oder auch als Thema für eine sich anschließende Doktorarbeit.

Fotogalerie