Bocholter Absolvent wird dort Professor

Dr. Raphael Herding wurde in Bocholt zum Professor für Informatik und insbesondere Softwaretechnik berufen. Foto: WH/BL

Geboren wurde er am Niederrhein, aber aufgewachsen ist er in Hamminkeln-Brünen und damit ein echter Westmünsterländer. Nach Studium und einigen Jahren Berufserfahrung wurde Raphael Herding jetzt an der Hochschulabteilung Bocholt der Westfälischen Hochschule Professor für Informatik und Softwaretechnik.

(BL) Die Menschen aus dem Westmünsterland gelten als bodenständig und zupackend. Prof. Dr. Raphael Herding (33), zum Sommersemester als Professor an die Hochschulabteilung Bocholt berufen, beweist es. Nach der Realschule machte er eine Ausbildung zum Informationstechniker. Doch das reichte ihm für 45 Jahre Berufstätigkeit nicht. Herding wollte mehr. Nach dem Fachabitur in Borken studierte er daher an der Hochschulabteilung Bocholt von 2008 bis 2011 Informatik. Und fühlte sich als Student dort wohl. Als Bachelor-Absolvent ging er nach Düsseldorf und arbeitete als Informatiker bei einer großen Versicherungsgesellschaft, bis ihm auch das nicht mehr als Herausforderung reichte: Herding begann, nebenher an der Fern-Universität Hagen mit einem Master-Studium der Informatik und hängte die Doktorarbeit gleich hinten dran, wohlgemerkt ohne die Berufstätigkeit aufzugeben. Nach dem Doktorgrad wechselte er allerdings den Arbeitgeber und ging als Informatiker in der Digitalisierungsabteilung zu Bayer in Leverkusen.

Zum Sommersemester kehrt Herding zurück ins Westmünsterland. Ein Haus baut er auch gerade dort. Und freut sich auf die Professorentätigkeit an seiner alten Hochschule. Seine ersten Lehrveranstaltungen drehen sich um Cloud-Computing und um Webseitenentwicklung: aktuelle Themen in der Softwareentwicklung und wichtig für die Digitalisierung. Zugleich gefallen sie vielen Informatik-Studierenden, weil sie auch die spielerische Seite im Menschen ansprechen können. Doch nur etwas auszuprobieren, um zu sehen, ob es geht, reicht Herding weder für sich in der Forschung noch für seine Studierenden in der Lehre. Er will echte Projekte mit echten Nutzern aus der Industrie und Wirtschaft an der Hochschule als studentische Projekte lancieren. Erste Anfragen aus der westmünsterländischen Industrie liegen ihm bereits vor.