Kommunikation im Wandel

Die Westfälische Hochschule hat Dr. Christopher Morasch als Professor für „Praxis und Theorie der Public Relations“ in den Fachbereich Informatik und Kommunikation am Hochschulstandort Gelsenkirchen berufen. Foto: WH/MV

Dr. Christopher Morasch wurde zum ersten März 2020 als Professor für „Praxis und Theorie der Public Relations“ in den Fachbereich Informatik und Kommunikation am Hochschulstandort Gelsenkirchen berufen.

(MV) Zum Sommersemester 2020 startete der gebürtige Heidelberger Dr. Christopher Morasch (39) in seine neue Aufgabe. Zum ersten März hat ihn die Westfälische Hochschule als Professor für das Lehrgebiet „Praxis und Theorie der Public Relations“ an den Hochschulstandort in Gelsenkirchen berufen. Im Studiengang Journalismus und Public Relations, in dem er zukünftig lehren wird, ist Morasch kein Unbekannter. Durch seine Tätigkeiten als Lehrbeauftragter für „Social-Media-Innovation“ und seine Mitarbeit an einem Lehrforschungsprojekt lernten ihn sowohl Studierende als auch seine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen bereits kennen.

Dr. Christopher Morasch kann auf langjährige Erfahrungen aus dem sogenannten „Experience Management“ (Erfahrungsmanagement) und der digitalen Marktforschung zurückgreifen. Er war als Geschäftsführer sowie in anderen leitenden Funktionen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien für verschiedene Unternehmen tätig. Morasch studierte Betriebswirtschaftslehre in Heidelberg und promovierte später am Lehrstuhl für E-Business der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

„Die Kommunikation befindet sich im Wandel. Durch die neuen Internet- und Kommunikationstechnologien ändern sich entsprechend die Informationskanäle für die Nutzerinnen und Nutzer. Dies gilt sowohl für den klassischen Journalismus als auch für die Öffentlichkeitsarbeit – beispielsweise von Unternehmen mit ihren Kunden und ebenso im Informationsfluss mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, weiß Morasch. „Die Tools, die heute zur Verfügung stehen, ändern das Berufsbild. Man erreicht heute über viele Kanäle eine Teilöffentlichkeit. Durch die oft sehr schnell verbreiteten Informationen nehmen die Menschen die Dinge anders wahr. Populisten nutzen das bewusst, um ihre Sicht der Dinge zu verbreiten. Dies ist eine Herausforderung für den Journalismus und eine Chance für die PR“, gibt Morasch zu bedenken. So könnten sich die etablierten öffentlich-rechtlichen Formate auch nicht immer auf die Richtigkeit von Inhalten und Quellen verlassen. Das kratze stark an deren Glaubwürdigkeit.

Ein negatives Beispiel dafür sei der mit gezielten und manipulierten Informationen geführte US-Wahlkampf, auch „Mikrotargeting“ genannt, durch das Unternehmen „Cambridge Analytica“. Es ging am Ende des Tages darum, die vermeintlich richtige Botschaft in einer Teilöffentlichkeit zu verbreiten.

Eine faktenbasierte Berichterstattung sei heute wichtiger denn je, formuliert Prof. Dr. Christopher Morasch die Ziele eines guten Journalismus und einer ebenso guten Public Relations. Wahrheit und ethische Grundsätze seien die zentralen Säulen für die Freiheit und die Demokratie und damit für die Pressefreiheit.

Neben der Lehr- und Forschungstätigkeit, für die er auch Kontakte zu Unternehmen aus der Region aufbauen wird, heißt es für Morasch, bald die Gegend näher zu erkunden. In naher Zukunft will er sich mit seiner Familie in der Metropole Ruhr niederlassen. Für ihn sei es eine spannende Region mit interessanten, offenen Menschen und noch sehr viel Potenzial. Sportlich fit hält er sich mit Wandern, Skifahren und gelegentlichem Tauchen.