Löschen und umgewöhnen

Klaus Hildebrandt, Leiter des Zentrums für Informationstechnik und Medien (ZIM) der Westfälischen Hochschule, ist zufrieden mit der seit einem Jahr geltenden IT-Benutzungsordnung. Sie enthält den rechtlichen Rahmen im Umgang mit Benutzerdaten, vor allem, wenn diese beispielsweise nach Ausscheiden einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters gelöscht werden sollen. Zudem müssen bald alle PCs auf ein neues Betriebssystem umgestellt werden, weil die Vorgängerversion vom Anbieter Microsoft nicht mehr unterstützt wird. Somit wäre das Risiko für Hackerangriffe zu groß, wenn man nicht jetzt handelt, so Hildebrandt. Foto: WH/MV

Seit über einem Jahr hat die Westfälische Hochschule ihre „Benutzungsordnung für die Hochschul-IT“. Anfang September 2018 wurde sie in der 19. Ausgabe der „Amtlichen Mitteilungen“ der Westfälischen Hochschule veröffentlicht. Zudem steht bald die Umstellung auf das Betriebssystem „Windows 10“ bevor, da die Firma Microsoft den Support für „Windows 7“ Mitte Januar 2020 einstellen wird. „Das heißt, dass über 200 Endgeräte an der Hochschule schrittweise umgestellt werden müssen“, berichtet Klaus Hildebrandt, Leiter des Zentrums für Informationstechnik und Medien, mit dem Trikon über beide IT-Themen sprach.

(MV) Im vergangenen Jahr wurde eine IT-Benutzungsordnung für die Westfälische Hochschule durch den Senat verabschiedet. Angestoßen hatte die Erstellung der Benutzungsordnung der Leiter des Zentrums für Informationstechnik und Medien (ZIM), Klaus Hildebrandt, damit eine verbindliche rechtliche Grundlage geschaffen wurde, um alte Benutzerdaten löschen zu können und vor allem zu dürfen. Die IT-Benutzungsordnung wurde gemeinsam mit dem Justiziariat der Hochschule erarbeitet. „Denn ohne klare Regelung dürfen wir keine persönlichen Daten von Personen einsehen oder gar einfach vernichten“, berichtet Hildebrandt. Der digitale Datenwust und die „Karteileichen“ von beispielsweise ehemaligen Studierenden oder ausgeschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist groß und nimmt stetig zu. Mit der neuen Benutzungsordnung ist es durch bestimmte festgelegte Ablaufzeiten nach dem Ausscheiden aus der Westfälischen Hochschule möglich, Nutzerkonten zu löschen. „Wir haben allerdings noch nicht die aktuellsten Daten gelöscht. Lediglich Inhalte, die vor drei bis vier Jahren zuletzt genutzt wurden. Auch Funktionspostfächer blieben bisher unberührt“, erzählt Klaus Hildebrandt. Scheiden beispielsweise wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von Teilzeitverträgen aus, sei es immer noch möglich, auf Antrag Daten von Projekten weiterhin zu sichern und zugänglich zu halten. „Zudem erinnert eine Benutzungsordnung Nutzerinnen und Nutzer daran, mit Daten sparsam und sorgsam umzugehen“, empfiehlt Hildebrandt. Auch beim Verlassen des Büros, und sei es nur der Gang zur Toilette, sollte der Bildschirm mit der „Windows-Taste“ + „L“ gesperrt werden, damit Fremden der Zugang erschwert wird.

Die nächste Hürde oder besser Umgewöhnung betrifft ebenfalls alle PC-Nutzerinnen und Nutzer. Über 200 Endgeräte werden auf das Betriebssystem „Windows 10“ umgestellt. „Eigentlich ändert sich nicht viel“, beruhigt Klaus Hildebrandt. „Viele gewohnte und praktische Dinge aus den Systemen Windows 7 und 8 sind in 10 zusammengewachsen. Im Prinzip ist es eine kurze Gewöhnungsphase“, so der ZIM-Leiter. Es werde ein bisschen anders aussehen, aber die Systemsteuerung gebe es immer noch. Mehr Aufwand seien noch die Programm-Updates, damit alles rund läuft. Hildebrandt selbst arbeitet schon seit fünf Jahren mit „Windows 10“ und ist zufrieden mit Stabilität und Bedienungsfreundlichkeit. Zur Umstellung gibt es auch Schulungsangebote an der Hochschule, die den Einstieg erleichtern sollen. Jedes Hochschulmitglied kann sich dafür anmelden und die Kurse besuchen.