Personal als Potenzial

Dr. Axel Roßdeutscher (40) wurde von der Westfälischen Hochschule an den Standort Recklinghausen als Professor für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalwirtschaft und Organisation“ berufen. Davor verantwortete Roßdeutscher viele Jahre die Themengebiete Personal, Kommunikation und Marketing im Bankenbereich in Münster. Foto: WH/MV

Dr. Axel Roßdeutscher (40) wurde von der Westfälischen Hochschule an den Standort Recklinghausen als Professor für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Personalwirtschaft und Organisation“ berufen. Davor arbeitete Roßdeutscher als Bereichsleiter für Personal, Kommunikation und Marketing bei einem Kreditinstitut in Münster.

(MV) Geboren wurde Axel Roßdeutscher in Dortmund, wuchs aber durch einen Umzug seiner Eltern in Haltern am See auf und machte dort auch sein Abitur. Danach studierte und promovierte er in Münster, wo er zuletzt in einer Bank unter anderem für die gesamte Personalarbeit tätig war. „Ich fühle mich als Ruhrgebietstyp, kenne den Strukturwandel und seine Herausforderungen“, erzählt der Halterner, der seit einigen Jahren mit seiner Familie wieder in der Seestadt lebt.

„Wenn man hier aufgewachsen ist und die Entwicklungen auch aus einem regionalen Blickwinkel beurteilen kann, hilft das“, ist sich Dr. Axel Roßdeutscher sicher und zieht Parallelen mit seinem Lehrgebiet an der Hochschule. „Viele sprechen den ‚Digitalen Wandel in der Region‘ an, ohne zu wissen, was damit überhaupt gemeint ist und welche Bereiche sich in Unternehmen verändern werden oder verändern müssen“, so Roßdeutscher.

Seiner Meinung nach müsse der digitale Wandel erst einmal aus der großen Makroperspektive auf den einzelnen Betrieb heruntergebrochen werden. Die Themengebiete seien nämlich sehr komplex geworden. Heute müsse in Unternehmen beispielsweise das Recruiting – die Vermittlung von qualifizierten Arbeitskräften – neu digital überdacht werden, denn heutzutage suchen die Fachkräfte nicht auf dem traditionellen Papierweg eine Stelle. Roßdeutscher: „Wir müssen erforschen, wie sich die Gesellschaft und damit die Arbeit weiterentwickelt und darauf reagieren“, fordert er auch Unternehmen auf, sich an die Hochschulen zu wenden und sich an Forschung als Praxispartner zu beteiligen.

Besonders spannend an seiner neuen Position als Professor findet Roßdeutscher die Tatsache, dass die Studierenden am Standort Recklinghausen der Westfälischen Hochschule im Wirtschaftsrecht ausgebildet werden und parallel Kompetenzen im Bereich Personalmanagement erhalten. „Dies macht sie später zu sehr guten Personalern, die bei personellen oder organisatorischen Entscheidungen in Unternehmen immer auch den zugehörigen juristischen Hintergrund beurteilen können“, weiß Axel Roßdeutscher. Dies helfe zudem bei Entscheidungen, die mit Betriebs- oder Personalrat abzustimmen sind. „Themen aus beiden Welten werden den Studierenden im Arbeitsalltag immer wieder begegnen und da hilft dieses interdisziplinäre Studium auf jeden Fall“, ist sich Roßdeutscher sicher und freut sich auf sein erstes Semester an der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen.