Trauer um Johannes Rademacher

Prof. Dr. Johannes Rademacher lehrte von 1995 bis 2002 an der Hochschulabteilung Bocholt, danach war er dort noch mehrere Jahre als Lehrbeauftragter tätig. Im Juli verstarb er. Das Bild zeigt ihn im Jahr seiner Berufung an die Hochschule. Foto: FHG/SB, Repro: WH/BL

Im Juli verstarb kurz vor seinem 83. Geburtstag Prof. Dr. Johannes Rademacher, der von 1995 bis 2002 an der Hochschulabteilung Bocholt „Technische Mechanik“ und „Fertigungstechnik“ lehrte.

(BL) Geboren in Bocholt und jetzt auch dort verstorben war Prof. Dr. Johannes Rademacher ein Bocholter, der zwar immer wieder und zu verschiedenen Zwecken auch woanders arbeitete, letztlich aber immer Bocholter war, dorthin zurückkehrte und Bocholt treu blieb.
Geboren 1937 begann Rademacher seinen beruflichen Weg in den frühen fünfziger Jahren als Maschinenschlosser „auf der Seite des Blaumanns“. Später studierte er Maschinenbau an der Ingenieurschule in Wuppertal und an der Technischen Hochschule in Aachen. Nach Abschluss seiner Doktorarbeit, die er über Zahnräder schrieb, kehrte er nach Bocholt zurück und setzte seine Karriere bei Flender fort.
Stufen der Karriereleiter waren als Betriebsleiter in der Fertigung, als Hauptabteilungsleiter und Prokurist, später als Geschäftsführer in der Tübinger Niederlassung von Flender. Von Mitte der achtziger Jahre bis zu seiner Berufung an die Fachhochschulabteilung Bocholt leitete Johannes Rademacher im Vorstand von Flender die Geschicke des Werkes.

Dann aber lockte ihn die Möglichkeit, den Bocholter Fachbereich Maschinenbau mitaufzubauen und sich der Ausbildung junger Männer und Frauen zu widmen. Neben Gründungsdekan Prof. Dr. Jörg Minte war er der zweite Professor im Bocholter Fachbereich Maschinenbau, als er am ersten Februar 1995 berufen wurde.

Bei Rademacher lernten die Studierenden Konstruktionslehre, Fertigungstechnik und Automatisierungstechnik, die Rademacher als Zukunftsthema sah und in der Lehre vorantrieb. In der Automatisierungstechnik, so Rademacher damals, übten sich die Studierenden darin, industrielle Produktion sowohl aus der Sicht des Entwicklers, des Konstrukteurs und des Betriebsingenieurs zu sehen und computergesteuert zu realisieren. Besonderen Wert legte Rademacher auf das damalige, zwanzigwöchige Praxissemester während des Studiums, während dessen die Studierenden aus seiner Sicht schon eher als kommende Ingenieure und Ingenieurinnen in den Betrieben arbeiteten, denn als Praktikanten, die in einen Betrieb „reinschnuppern“. Da die Studierenden im Praxissemester sowohl von einem Betriebsvertreter als auch von einem Hochschulvertreter betreut wurden, konnten sie bereits konkrete Projektaufgaben lösen, während die Unternehmen sowohl für sie interessante Projekte realisieren lassen konnten als auch zugleich Nachwuchskräfte kennenlernten.

Nach seiner Pensionierung blieb Johannes Rademacher der Hochschulabteilung Bocholt und dem dortigen Maschinenbau noch von 2007 bis 2013 als Lehrbeauftragter verbunden. Die Hochschule gedenkt seiner in ehrender und dankbarer Erinnerung, ihr Mitgefühl liegt bei den zurückbleibenden Angehörigen.

Fotogalerie