Tutoren mit Schlüsselkompetenzen

Dörte Wenke (Mitte) bildet mit ihrem Team die Tutorinnen und Tutoren in allen Studiengängen und Standorten der Hochschule in der Einstiegsakademie aus. Diese unterstützen später Lehrende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Westfälischen Hochschule bei der Arbeit und andere Studentinnen und Studenten beim Lernen. Foto: WH/MV

Ob Mathematik oder Schlüsselkompetenzen: Ende Mai bot die Einstiegsakademie vom Institut zur Förderung der Studierfähigkeit der Westfälischen Hochschule eine mehrtägige Basisschulung für eine bald auch zertifizierte Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren an. Dort bekommen sie das Handwerkszeug mit auf den Weg, mit dem sie Erstsemestern beim Studieneinstieg helfen.

(MV) Hochschulmitarbeiterin Dörte Wenke ist Diplom-Pädagogin. Ihr Fachgebiet ist die Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt bei der Personal- und Organisationsentwicklung. Seit April 2017 ist sie an der Westfälischen Hochschule und zeigt sich unter anderem für die Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren in der Einstiegsakademie verantwortlich. „Tutor kann jede und jeder werden, der sich dafür interessiert und sich bei uns in der Einstiegsakademie bewirbt“, erklärt Dörte Wenke die Bedingungen. „Dafür gibt es ein Anmeldeformular, das über unsere Hochschul-Webseite einsehbar ist. Die Interessenten sollten einen kleinen Lebenslauf sowie ein kurzes Motivationsschreiben erstellen. Danach folgt in der Regel ein Kennenlerngespräch“, fasst Wenke die Formalia kurz zusammen.

„Pro Jahr bildet das Institut zur Förderung der Studierfähigkeit etwa 50 Studentinnen und Studenten zu qualifizierten Tutorinnen und Tutoren aus. Sie kommen aus allen Studiengängen und Standorten der Hochschule und unterstützen uns bei der Arbeit sowie andere Studentinnen und Studenten beim Lernen. Eine bisher gute Note beispielsweise in Mathematik führt allerdings nicht unbedingt dazu, dass man Mathe anderen gut erklären kann“, weiß Wenke aus langjähriger Erfahrung. Die Einstellung zur Mathematik wird mit den angehenden Tutoren besprochen. „Mathematik ist ein Werkzeug und erlernbar. Mathe muss als gutes Ziel verstanden werden, das man für viele Dinge anwenden kann“, erläutert Wenke und ist sich sicher, dass viele nur ihre Hemmschwelle und die Angst davor abbauen müssen.

Gestartet wird mit Grundlagen für die Tutorentätigkeit als Basisschulung. Danach folgt eine mehrtägige Aufbauschulung. Dabei unterstützen die Hochschulmitarbeiterinnen Sabrina Falk und Farina Rensinghoff und führen durch einen viertägigen Mathematikworkshop. Dörte Wenke leitet den fünftägigen Workshop für Schlüsselqualifikationen. Die Schlüsselkompetenzen, oft auch „Soft Skills“ genannt, können von den Interessenten ausschließlich belegt werden oder auch zusätzlich zu den Mathematikworkshops. Wenke: „Dazu zählen beispielsweise die kommunikative, soziale, personale Kompetenz oder auch Führungskompetenzen sowie mentale Fähigkeiten, um nur ein paar zu nennen.“ Als Beispiel dient ihr dabei der „Soft Skill Würfel“ von André Moritz. „Es gibt dazu verschiedene wissenschaftliche Ansätze, aber dieses Modell halte ich für sehr geeignet, da es bestmöglich anwendungsorientiert ist und sich sehr anschaulich für die Ausbildung der Studierenden eignet.“ Etwas später folgt eine Lehrprobe, die die angehenden Tutorinnen und Tutoren geben. Dafür erhalten sie dann ein Zertifikat, wenn sie bestehen. Für die Zukunft wünscht sich Dörte Wenke, dass die Fachbereiche noch mehr geeignete Tutorinnen und Tutoren fördern und erkennen, dass sie einen Mehrwert für die Ausbildung an der Westfälischen Hochschule bieten. Wenkes Appell: „Bitte gerne bei uns bewerben!“