Wirklichkeit und simulierte Wirklichkeit

Dr. Christian Becker, seit Anfang März Professor an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, ist nicht nur selbst von seinem Lehrgebiet „Mathematik und Simulation“ fasziniert, sondern will diese Begeisterung auch in die Köpfe seiner Studierenden transportieren. Foto: WH/BL

Die Westfälische Hochschule hat Dr. Christian Becker als Professor für das Lehrgebiet „Mathematik und Simulation“ an den Hochschulstandort Gelsenkirchen berufen.

(BL) Dr. Christian Becker (45), seit dem ersten März Professor für Mathematik und Simulation im Gelsenkirchener Fachbereich Maschinenbau, Umwelt- und Gebäudetechnik der Westfälischen Hochschule, könnte seine Lehrtätigkeit wissenschaftlich korrekt mit einer Definition beginnen: Mathematik ist eine Wissenschaft, die durch Logik Strukturen auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht und rechnerisch zugänglich macht. Mit Simulationen sollen fürs echte Leben verschiedene Prozesse mit wechselnden Randbedingungen und Einwirkungen durchgespielt werden, um zu sehen, wie sich beispielsweise klimatische Größen wie Temperatur und Luftfeuchte innerhalb von Gebäuden zeitlich entwickeln oder wie sich mechanische Strukturen dynamisch verhalten. „Ein Lehrthema, bei dem ich den Studierenden die Faszination zeigen will, wie Mathematik im Leben wirkt und dass ihre Anwendung zwar Arbeit, aber Freude macht.“ Das Ziel des neuen Professors: Er will eine Brücke schlagen von der mathematischen Theorie über simulierte praktische Beispiele in die Köpfe und Herzen der Studierenden. Und wie könnte es anders sein: Dass diese Brücke trägt, hat er bereits vielfach selbst „nachgerechnet“, denn Christian Becker hat auf früheren Stationen seines Berufslebens schon Lehrerfahrung an anderen Hochschulen gesammelt.

Christian Becker ist geboren, aufgewachsen und lebt in Essen. Nach Studium und Promotion führte der Beruf den Bauingenieur und Doktor der Ingenieurwissenschaften zunächst zu Siemens und zuletzt zum TÜV. An der Ruhr-Universität Bochum (RUB) war er an mehreren Forschungsprojekten beteiligt, Lehrerfahrung sammelte er sowohl an der RUB als auch an der Hochschule Ruhr West. Neben der Lehre will er mit den Studierenden in der mittelfristigen Zukunft so etwas wie ein Simulationslabor aufbauen. Dort könnten praktische Aufgaben aus der Industrie auf ihre Prozesseigenschaften untersucht und mit Standardsoftware und Spezialsoftware in Simulationen auf ihre betriebliche Verbesserbarkeit vorbereitet werden. „Das ist das reale Leben, das unsere Absolventen und Absolventinnen im Beruf erwartet: Betriebliche Fragestellungen werden zu mathematischen Aufgaben, deren Lösung man in der Simulation ermittelt und auf Zweckmäßigkeit untersucht.“

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