Computer simulieren große Künstler

Prof. Dr. Hartmut Surmann hat gemeinsam mit Studierenden der Informatik ein Flugvideo im künstlerischen Stil von Edvard Munch darstellen lassen. Künstliche Intelligenz macht’s möglich. Das Video lässt sich unter https://www.youtube.com/watch?v=qE7utbXcA30 abspielen. Standbild: WH/BL

Generationen von Kunstexperten und selbst ernannten Kunstkritikern rätseln, was einen Künstler zum großen Künstler macht. Oder zu einer großen Künstlerin. Es geht um Realitätstreue oder Abstraktion, Farben, Pinselstrich und vieles mehr. Studierende des Roboterexperten Prof. Dr. Hartmut Surmann lassen es die Roboter in der Vorlesung „Autonome Systeme: Deep Learning“ selbst herausfinden. Mit KI, mit künstlicher Intelligenz. Und dann ließen Marc Hantzsch, Franziska Musberg und Martin Salz die Computer künstlerisch tätig werden.

(BL) „Wir nennen es Style-Transfer“, so Prof. Dr. Hartmut Surmann, „man nimmt ein berühmtes Bild und die künstliche Intelligenz lernt dann wie von selbst den Stil des Künstlers.“ Als erstes nahmen sich die Informatik-Studierenden ein Bild von Edvard Munch vor: der Schrei, vielleicht weil es vielen Informatikern als Vorlage für Scream-Masken aus Mystery und für Halloween bereits bekannt war. An diesem Bild lernten die Computer, „wie Munch malt“. Dann gingen sie noch einen Schritt weiter. Anstatt den Computer Kopien malen zu lassen, ließen sie ihn neue, andere Bilder im Munch-Stil malen. Weil Computer ja alles ganz schnell können, veranlassten sie den Rechner, nicht nur ein Bild zu malen, das wäre ja einfach, nein, sie erinnerten sich daran, dass Bewegtbilder aus mindestens 18 Bildern pro Sekunde bestehen und ließen ihn dann entsprechend viele Bilder malen, die aus einem Realvideo ein Kunstvideo machen. Mit 30 Bildern pro Sekunde und insgesamt 5005 Bildern für knapp vier Minuten. Als Übe-Objekt nahmen sie nicht irgendein Video, sondern einen Drohnenrundflug über die Hochschule in Gelsenkirchen. Hier soll der Text enden. Denn: Das Video sagt mehr als tausend Worte. Dazu noch ein Tipp vom Professor: „Unbedingt in HD auf großem Monitor anschauen!“ Im Übrigen ist er der Ansicht, dass die Bewegung im Künstler-Video etwas von Harry Potters Bewegt-Fotos hat. Wer genau hinschaut, sieht sogar den 396er Bus die Devesestraße entlang fahren.

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