Allzeit-Rekord Absolvent-en/-innen

In vielen Fachbereichen werden den Absolventen die Abschlussurkunden in einer Feierstunde überreicht. Hier sind es Absolventen des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen des Hochschulstandorts Recklinghausen und bezogen auf das Prüfungsjahr 2018. Foto: WH/BL

Die letzte Zählung der Absolventen und Absolventinnen, bezogen auf das Prüfungsjahr 2018 (WS 17/18 und SS 18), erbrachte ein Rekordergebnis: 1143 Graduierte haben ihre Abschlusszeugnisse und -urkunden erhalten. Davon waren 414+260+241 Bachelor-Absolventen und 125+47+56 Master-Absolventen, jeweils in der Standortreihenfolge Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen.

(BL) So viele waren es noch nie. Für das Prüfungsjahr 2018 zählte die Hochschulstatistik insgesamt 1143 Absolventinnen und Absolventen, 539 in Gelsenkirchen, 307 in Bocholt und 297 in Recklinghausen. Das waren nicht nur 8,1 Prozent mehr als im Studienjahr davor, sondern auch so viele wie nie in diesem Jahrtausend. Im Jahr 2000 zählte die Hochschule 135 Absolventen, das sind rund zwölf Prozent der aktuellen Absolventenzahl.

Über die Ursachen für die Steigerung und ihre Anzahl kann man sicherlich nachdenken. Sozusagen ein automatischer Grund ist, dass die Anzahl der Studierenden seit dem Wintersemester 2000/2001 von 4.122 auf 9.017 zum Wintersemester 2018/19 gestiegen ist. Mehr Studierende bedeutet auch mehr Absolventen und Absolventinnen.

Ein weiterer mathematisch wahrscheinlicher Grund wird die Umstellung der Abschlussgrade sein: 1999 schloss sich Deutschland dem Bologna-Prozess an, der aus (einfachen) Diplom-Abschlüssen ein System aus zwei Abschlüssen machte. Erst den Bachelor-Grad, dann den Master-Grad. Tatsächlich ist das System nun sogar dreigestuft, denn nach dem Master- gibt es noch den Doktorgrad. Der wird für die erfolgreichen Doktoranden der Westfälischen Hochschule aber nicht gezählt, da die Promovierten im Tandem mit einer promotionsberechtigten Universität dort gezählt werden. Unterm Strich bleibt aber, dass derselbe Studierende einmal gezählt wird, wenn er den Bachelorgrad erreicht hat und noch einmal, wenn er zusätzlich den Master-Grad an der Westfälischen Hochschule bekommt. Das gilt aber nur für einen Teil der Bachelor-Graduierten, nämlich für den Teil, der nicht nach dem Bachelor-Grad direkt in den Beruf geht. Sollte er jedoch nach einigen Jahren Berufserfahrung für das Master-Studium an die Hochschule zurückkehren, wird er nach dem erfolgreichen Master-Abschluss erneut gezählt, entweder an der Westfälischen Hochschule oder einer anderen Hochschule.

Die Westfälische Hochschule hat das Abschlussgradsystem im Laufe der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts von Diplom auf Bachelor/Master umgestellt. Die ersten, die Bachelor-Studierende eingeschrieben haben, waren im Wintersemester 2001/2002 die Informatiker, die ersten zwei Bachelor-Absolventen verabschiedete die Medieninformatik im Prüfungsjahr 2004/2005.

Parallel zur Umstellung des Systems und zur Steigerung der Studierendenzahlen stiegen die Absolventenzahlen und erreichten im Prüfungsjahr 2009/2010 einen ersten Höchststand mit 1079 Absolventen. Die folgenden vier Jahre verzeichnete die Westfälische Hochschule immer etwas unter Tausend Absolventinnen und Absolventen, seit 2014/2015 liegen die Absolventenzahlen immer über Tausend bis zum jetzigen Rekord von 1143. Die sind übrigens ohne die Absolventen in Franchise-Studiengängen gezählt. Mit den Franchisern kommen noch einmal 46 hinzu.

Auch die Metropole Ruhr und das Land Nordrhein-Westfalen verzeichneten neue Höchstände. Für die Metropole Ruhr hat es der Regionalverband Ruhr ausgezählt und kam gegenüber dem Vorjahr auf eine Steigerung von 4,3 Prozent mehr Absolventen, „IT.NRW“ als statistisches Landesamt zählte 5,3 Prozent mehr Absolventen gegenüber dem Vorjahr. Allerdings zählten beide auf der Basis der Kalenderjahre 2016 und 2017 und nicht wie die Westfälische Hochschule auf der Basis der Prüfungsjahre aus Wintersemester plus folgendem Sommersemester.