Neues Textil trennt Öl von Wasser

Jan Hagemeyer, Raphaela Müller, Oliver Schmitz, Markus Unruh, Johanna Sellhorn-Timm und Eduard Buss entwickelten in einem Projektseminar des Bocholter Studiengangs Bionik mit „AntispOil“ ein technisches Textil, das Öl von Wasser trennt. Damit gewannen sie bei der Präsentation aller Projekte in ihrem Semester den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis der „Otto-Spaleck-Stiftung für innovative Technologien“. Foto: WH/Michael Bennemann

Bereits zum sechsten Mal gab es im Bocholter Studiengang Bionik ein Projektseminar, an dem jeweils alle Studierenden des fünften Semesters beteiligt sind. Dieses Mal erfanden sie neue technische Textilien als Basis für innovative Produkte. Ende Januar stellten alle Gruppen ihre Ergebnisse ihren Mitstudierenden, den Lehrenden, Eltern sowie Unternehmensvertretern vor.

Die knapp 50 Studierenden des fünften Semesters und damit des Abschlusssemesters wurden zu Beginn des Projekts per Los in neun Kleingruppen geteilt. Vier Monate hatten sie Zeit, um unter der Überschrift „Technische Textilien in neuen Gewändern“ ein neuartiges Produkt zu entwickeln und zu fertigen. Den Start machte ein Ausflug zu der Firma Huesker in Gescher, dem Projektpraxispartner als Hersteller technischer Textilien. Hier informierten sich die Studierenden über Produkte und Anwendungen technischer Textilien, bevor sie selbst ans Werk gingen.

Anschließend entwickelten die neun Gruppen je drei Konzeptideen für innovative technische Textilien, je eine Idee kam in die nächste Runde und damit in die tatsächliche Entwicklung. Wöchentliche Gruppenbesprechungen und Zwischenpräsentationen bildeten die Leitplanken bis zur Abschlusspräsentation. Genutzt wurden vielfältige Entwicklungswerkzeuge, von Schere und Nähmaschine bis zu computerunterstütztem Design. Betreut wurden die Studierenden bei ihrer Entwicklungsarbeit von den Professoren Alexander Sauer und Tobias Seidl.

Am Ende standen die neun neuen Produkte in Konkurrenz zueinander, denn nur eine Gruppe konnte den Publikumspreis in Höhe von 500 Euro, gestiftet von der „Otto-Spaleck-Stiftung für innovative Technologien“, gewinnen. Ausgezeichnet wurde die Gruppe, deren Produkt „AntispOil“ ein textiler Ölfilter ist. Eduard Buss, Jan Hagemeyer, Raphaela Müller, Oliver Schmitz, Johanna Sellhorn-Timm und Markus Unruh kombinierten Maschengröße und eine spezielle Beschichtung, wodurch ihr Textil ölanziehend, aber wasserabweisend wurde. Bei der Benutzung, etwa zum Säubern von ölverschmutztem Küstengestein, nachdem ein Öltanker Öl verloren hat, lässt der neue „Lappen“ das Öl durch, das Wasser aber nicht. Zurück bleibt nasser Stein. Tobias Seidl: „Eine effektive und umweltschonende Methode.“

Nach den Präsentationen in der Kongressatmosphäre des Hörsaals sammelten sich Vortragende und Publikum im Bionikgebäude. Dort konnten sich alle noch mal die Produkte aller Gruppen selbst ansehen und ausprobieren. Nach der Diskussion haben alle das erfolgreiche Projekt gefeiert und damit zugleich die Lehrphase des Studiums gemeinsam abgeschlossen. Jetzt geht es für die Studierenden ins sechste und damit ins Praxissemester und die Prüfungsphase. (Alexander Sauer/Barbara Laaser)