Fellow für digitale Lehre

Prof. Dr. Manfred Meyer von der Hochschulabteilung Bocholt wurde Fellow des Landes Nordrhein-Westfalen für die Einführung digitaler Lehrvorhaben. Foto: WH/MV

Mit rund zwei Millionen Euro fördern das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stifterverband das Programm „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“. In der Förderrunde 2019 werden dadurch mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen bei der Einführung digitaler Lehr- und Lernformate an den Hochschulen unterstützt. Für die Umsetzung ihrer Konzepte erhalten die Fellows jeweils bis zu 50.000 Euro.

Einer von ihnen ist Prof. Dr. Manfred Meyer, der im Bocholter Fachbereich Maschinenbau Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik lehrt. Meyers spezielles Projekt kümmert sich um „Social Learning & Just-in-Time Teaching“ in der Informatik-Lehre. Dazu der Fellow Manfred Meyer: „Studierende haben heute andere Erwartungen an die Lehre, sie bevorzugen es in Gruppen zu lernen und dies verstärkt auch außerhalb der Hochschule. Damit sie sich gemeinsam und unabhängig von Ort und Zeit mit den Inhalten befassen können, ist es sinnvoll, die Präsenzveranstaltungen durch eine digitale Lernplattform zu ergänzen, die nicht nur Lernmaterialien für die Vorbereitung bereitstellt, sondern vor allem kollaborative Arbeitsformen – social learning – unterstützt. Idealerweise sollten dann in den Präsenzveranstaltungen – dem Prinzip des Just-in-Time-Teachings folgend – gezielt die Verständnisschwierigkeiten aus dieser Vorbereitungsphase adressiert werden.“ Meyer will im Rahmen der Lehrinnovation dafür die Plattform „Perusall“ einführen und speziell für die Informatik-Lehre um Möglichkeiten der gemeinsamen Arbeit an Programm-Codes erweitern. Evaluationsmaßnahmen sowie der Austausch mit anderen Fellows und Kollegen anderer Fachdisziplinen sollen die Maßnahmen verstetigen.

„Mit neuen digitalen Lehr-/Lernformaten kann die Lehre orts- und zeitunabhängiger gestaltet und individuelle Lernvoraussetzungen berücksichtigt werden“, sagte dazu Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. „So gelingt es, die Studierenden mit flexibleren Möglichkeiten in der Lehre auf die kommende Arbeits- und Lebenswelt vorzubereiten.“ „Wir hoffen, dass die geförderten Lehrinnovationen andere Lehrende inspirieren und in viele Disziplinen übertragen werden“, sagt Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes. „Der Austausch von innovativen Lehrformaten ist wichtig, um die Hochschullehre im digitalen Zeitalter weiterzuentwickeln.“

Für das gemeinsame Förderprogramm „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ stellen das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalens und der Stifterverband insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm läuft noch bis zum Jahr 2021. Antragsberechtigt sind Lehrende, die an Hochschulen in staatlicher Trägerschaft oder an staatlich refinanzierten Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen tätig sind.

Bereits im März nutzte Prof. Dr. Manfred Meyer das Förderprogramm, um sich im Rahmen des Fellowship-Projekts an der Harvard-Universität in Cambridge/Massachusetts/USA das Labor für „Technology-Enabled Active Learning“ (TEAL) anzuschauen. (Meldung Stifterverband/MKW, BL)