Bocholter Studentenprojekt ausgezeichnet

Prof. Dr. Tobias Seidl (l.) überreichte den symbolischen Scheck für die beste Projektarbeit im Fach „Internetanwendungen 2“, das am Bocholter Hochschulstandort der Westfälischen Hochschule im Studiengang „Informatik.Softwaresysteme“ angeboten wird. Die Studierenden Marcel Kocks, Nils Balke, Lucas Engelke, und Arthur Ott (v.l.n.r.) erhielten die Auszeichnung für ihre Programmerweiterung namens „Criterion“. Die Erweiterung überprüft die Lösungen einer hochschuleigenen Programmier-Lernplattform vollautomatisch auf ihre Richtigkeit. Den Preis hat die Otto-Spaleck-Stiftung gesponsert. Prof. Dr. Martin Schulten (r.) betreute die insgesamt sechs Projektarbeiten. Foto: WH/Reinhold Benning

Im Fach „Internetanwendungen 2“ bewiesen Bocholter Studierende des Studiengangs „Informatik.Softwaresyteme“, dass sie bereits im fünften Fachsemester kreativ und ebenso erfolgreich ein Softwareprojekt planen und zudem praktisch umsetzen können. Insgesamt präsentierten die Studierenden sechs Projekte, die im Wintersemester 2018/19 entstanden. Die beste Projektarbeit wurde im Februar durch die „Otto-Spaleck-Stiftung für innovative Technologien“ ausgezeichnet.

(MV) „Bevor die rund 20 Studierenden im kommenden sechsten Semester in ihrer Praxisphase und der anstehenden Bachelorarbeit ihr Wissen in reale Projekte eines Unternehmens einsetzen werden, haben sie im fünften Semester an sechs spannenden praxisnahen Projekten gearbeitet“, berichtet Prof. Dr. Martin Schulten, der die Projektarbeiten im Fach „Internetanwendungen 2“ an der Westfälischen Hochschule in Bocholt betreute. Das beste Praxisprojekt hatte zudem die Chance, ausgezeichnet zu werden.

Ein Thema befasste sich mit der sogenannten „Industrie 4.0“. Hierzu entwickelten drei Projektgruppen verschiedene internetbasierte Ideenansätze für einen Betrieb: Ein Team befasste sich mit einer präziseren Erkennung von Blechkonturen. Ein weiteres Team baute durch die Nutzung von Barcodes eine vereinfachte und bessere Lagerverwaltung auf. Das dritte Team wiederum hat eine bestmöglich auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Fertigungsauftragsverwaltung umgesetzt. „Durch die enge Zusammenarbeit der Projektgruppen mit Prof. Dr. Christian Heßing, der am Bocholter Hochschulstandort Werkstoffkunde und Fertigungstechnik lehrt, und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter André Kubasch konnten hier einige Ideen bis kurz vor ihre Einsatzreife in einem Betrieb umgesetzt werden“, fasst Schulten die Ergebnisse zusammen.

In weiteren Gruppen beschäftigten sich die Studierenden beispielsweise mit der Entwicklung einer Webanwendung, die aus kurzen Textnachrichten ein druckfertiges Buch erstellt. Ein anderes Team programmierte eine Anwendung für Frage-Antwort-Runden in Lehrveranstaltungen.

Ein Team programmierte eine Erweiterung für eine an der Westfälischen Hochschule in Bocholt selbst entwickelte, webbasierte Programmier-Lernplattform. Professoren können dort Programmieraufgaben eingeben sowie deren Anforderungen und Schwierigkeitsgrad bestimmen. Die Studierenden wiederum programmieren dann selbstständig ihre Lösungen. „Bislang war die Bewertung der Lösungen allerdings mit sehr großem Aufwand und zudem längeren Wartezeiten verbunden, sodass der Lernfluss immer wieder ins Stocken geriet“, erläutert Schulten die Herausforderung. Durch die nun entwickelte Erweiterung „Criterion“ habe das Projektteam eine Anwendung programmiert, die die abgegebenen Lösungen vollautomatisch auf ihre Richtigkeit überprüft. Der Studierende erhält so innerhalb von Sekunden ein Ergebnis und kann unmittelbar seine Lösung verbessern oder sich mit der nächsten Übungsaufgabe beschäftigen. Martin Schulten: „Das Testsystem wurde zudem unter Verwendung modernster Technik sowie unter Beachtung besonders hoher Sicherheitsanforderungen entwickelt.“

„Da es nicht nur professionell umgesetzt wurde, sondern einen echten Mehrwert für die Lehrveranstaltungen an der Hochschule schafft, wurde es zum Sieger des Projektwettbewerbs gekürt“, so Wettbewerbsleiter und Beiratsmitglied der Otto-Spaleck-Stiftung Prof. Dr. Tobias Seidl. Die Studierenden Marcel Kocks, Nils Balke, Lucas Engelke und Arthur Ott durften sich über ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro von der Stiftung freuen. „Professor Dr. Tom Vierjahn hat die Entwicklung als ‚fiktiver Kunde‘ begleitet und wird das System künftig in seinen Lehrveranstaltungen einsetzen“, verspricht Schulten und freut sich über die vielen engagierten und kreativen Lösungen seiner Studierenden.