Ein Preis fürs Energiemanagement

Master-Absolvent Christian Schneider hat bei der Firma Borgers in Bocholt den Energieverbrauch in der Produktionskette und den Einsatz von Energiedaten-Managementsoftware untersucht, um Einsparpotenziale zu nutzen. Hier ist er gerade vor dem Energieschaltschrank bei den Ballenauflösemaschinen. Borgers produziert aus natürlichen und synthetischen Grundstoffen textile Automobilzubehörteile wie Hutablagen oder Radkastenauskleidungen. Foto: WH/BL

Der Energie- und Umweltpreis 2015 der Gelsenkirchener „E.ON Technologies“ ging an den Gelsenkirchener Christian Schneider aus Bocholt. Schneider hat sowohl den Bachelor- als auch den Master-Grad an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen abgelegt und arbeitet heute beim Automobilzulieferer Borgers in Bocholt. Den Preis erhielt er für seine Masterarbeit über Energiemanagement.

(BL) Wer Energie sparen will, muss genau wissen, an welchen Stellen im Produktionsprozess wie viel Energie verbraucht wird. Danach kann er beurteilen, ob an der einen oder anderen Stelle auch Energie gespart werden kann. Genau eine solche Analyse hat Christian Schneider (26) gemacht. Schneider hat in Gelsenkirchen an der Westfälischen Hochschule zuerst Versorgungs- und Entsorgungstechnik studiert und anschließend den Master-Studiengang „Systems Engineering and Facilities Management“ (Trikon berichtete in Ausgabe 6/2014). In seiner Abschlussarbeit bei Prof. Dr. Winfried Schmidt untersuchte und bewertete er bei dem Automobilzulieferer Borgers in Bocholt softwarebasierte Energiedaten-Managementsysteme, die eine bessere Überwachung energiebezogener Daten in der Produktion ermöglichen. Seitdem arbeitet er bei Borgers. Durch die Einführung der Energie-Managementsoftware ist es Borgers möglich, Energie einzusparen. Borgers rechnet mit einem Einsparpotenzial von bis zu vier Prozent. Wolfgang Bölting, Schneiders Betreuer bei Borgers, hofft jedoch auf noch mehr: „Der Energieverbrauch wird in Zukunft keine ‚Black Box‘ mehr sein, alle Abläufe werden transparenter und können kontinuierlich beobachtet werden, sodass wir davon ausgehen, dass wir noch mehr Energie einsparen können, wenn wir parallel zur laufenden Produktion immer wieder die vielen möglichen Stellgrößen nachjustieren.“

Für seine Master-Abschlussarbeit erhielt Schneider den letztjährigen Energie- und Umweltpreis der Gelsenkirchener „E.ON Technologies“. Überreicht wurde der mit 2.500 Euro dotierte Preis Anfang November im Rahmen der jährlichen Absolventenfeier in den Studiengängen Versorgungs- und Entsorgungstechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen/Facility Management von Dr. Dariush Hourfar von den „E.ON Technologies“.

Den Umzug von der Großstadt Gelsenkirchen in das mittelstädtische Bocholt hat Christian Schneider nicht bereut, vor allem vor dem Hintergrund, dass Borgers international tätig ist. „Ich arbeite hier genauso international wie von einer Großstadt aus“, so Schneider, „und Bocholt ist eine schöne Stadt zum Wohnen und Leben.“ Seine Freundin ist ihm jedenfalls bereits nach Bocholt nachgezogen.