Aufbau Makerspace in Recklinghausen

Die Werkbank, die Bernard Krüsemann für den Recklinghäuser Makerspace angeschafft hat, ist quadratisch: „Ideal für die Gruppenarbeit.“ Foto: WH/BL

Nach Bocholt und Gelsenkirchen entsteht jetzt auch in Recklinghausen ein Makerspace. Da er in der Technikumshalle eingerichtet wird, ist das – zumindest zurzeit – auch (noch) sein Arbeitsname.

(BL) Noch ist Makerspace-Leiter Bernard Krüsemann (51) intensiv damit beschäftigt, den Werkraum für Studierende zu gestalten und den notwendigen Maschinenpark anzuschaffen und aufzubauen. Er steht aber nicht allein. Mit Dr. Daniel Würfel und Christian Krause bildet er das Recklinghäuser  Makerspace-Triumvirat: Würfel kümmert sich im Makerspace vor allem um Mikrocontroller und Christian Krause ist ausgebildeter Industriemechaniker und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft mit.

Der Makerspace soll eine technisch-handwerkliche Arbeitsfläche für alle innovativen Ideen und Pläne aus der Studierendenschaft werden, egal, zu welchem Thema und egal, ob aus den Werkbereichen Holz, Metall, Kunststoff oder Textil. „Entsprechend den Studiengängen an der Hochschulabteilung Recklinghausen werden wir thematisch wohl einen Schwerpunkt in der Mobilität und Fahrzeugtechnik aller Art sowie in chemischen und biologischen Verfahren bekommen“, so die Einschätzung von Krüsemann. Aber: Kein Thema soll ausgeschlossen werden. Das betrifft neben den Studierenden aus der Chemie und der molekularen Biologie, die wegen Laboranforderungen wohl auch weiterhin zumindest parallel in den Hochschullaboren der Fachbereiche arbeiten werden, auch die Studierenden aus den Wirtschaftsrechtstudiengängen in Recklinghausen, die wahrscheinlich vor allem die Möglichkeiten nutzen werden, sich dort für die Marktreife von Projekten beraten und unterstützen zu lassen. Dabei setzt der Makerspace Recklinghausen auch auf die Unterstützung der „Andersmacher“, die sich im Projekt „#BeyondLimits“ an der Westfälischen Hochschule standortübergreifend in der Gründungsförderung engagieren.

200.000 Euro kann der Makerspace  in den nächsten vier Jahren ausgeben, vor allem für die technische Ausrüstung der Arbeitsbereiche. „Mir ist wichtig, dass die Studierenden im Makerspace einen Einstieg in das praktische Arbeiten bekommen“, so Krüsemann. Gut, dass die Technikumshalle eine Glaswand nach außen Richtung Bibliothek und Mensa hat. Krüsemann hofft, dass der eine oder die andere einfach durch einen Blick durchs Fenster Lust bekommt, den Kreativraum Makerspace auch für sich selbst auszuprobieren. „Es darf auch ruhig einfach Spaß machen“, räumt Krüsemann ein. Ob sich daraus später eine für den Markt reife Idee herauskristallisiert oder sogar zu einer Firmengründung und damit zu einer Selbstständigkeit als Unternehmer oder Unternehmerin führt, wird sich dann zeigen.

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Beyond Limits

Das Förderprojekt „BeyondLimits“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert. Es dient der Ermutigung, Befähigung und Kooperation von Forschungs- und Gründungstalenten zur unternehmerischen Umsetzung von Innovationen. Ziel dieses Gründerkonzeptes ist es, einen wissenschaftlichen Gründergeist in der Hochschule zu etablieren, mit den Makerspaces einen Nährboden für Innovationen zu bieten, Sensitivität für Unternehmensgründungen insgesamt zu erhöhen und die tatsächliche Zahl der Unternehmensgründungen zu steigern.